Letztes Update am Mi, 09.05.2012 11:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Dreifach-Katastrophe bedroht Kinder im Norden von Mali

300.000 Menschen wurden bereits aus Nord-Mali vertrieben, die Hälfte davon sind Kinder.



Wien – Die Kinder im Norden von Mali leiden nicht nur unter einer Hungersnot, die aktuell in der Sahelzone eine Million Kinder bedroht, sondern auch unter Vertreibung und einem bewaffneter Konflikt. 300.000 Menschen wurden bereits aus Nord-Mali vertrieben, die Hälfte davon sind Kinder. Es gibt aktuelle Berichte über gekidnappte Frauen und Mädchen sowie über Zwangsrekrutierungen von Kindern, berichtete UNICEF am Mittwoch. Minen hätten bereits mehrere Minderjährige getötet.

Die UN-Organisation warnte eindringlich, dass sich die Situation ohne ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe rasch verschlechtern könnte. Vor allem der Ausbruch von Krankheiten wurde befürchtet, da etwa die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Norden durch die Kämpfe zerstört worden sind.

UNICEF und seine Partner haben bereits therapeutische Nahrung für die Behandlung von 3.000 schwer mangelernährten Kindern nach Nord-Mali geliefert. Auch Medikamente und medizinische Ausrüstung für die Behandlung von 60.000 Menschen sind an Ort und Stelle. Zusätzlich verteilte UNICEF Plastikplanen, Kochgeschirr, Seife und Wasseraufbereitungstabletten für 12.000 Vertriebene. Die Organisation verstärkt seine Nothilfe für die Kinder in der gesamten Sahelzone und bringt große Mengen nahrhafter Erdnusspaste, Spezialmilch und andere Hilfsgüter in die betroffenen Länder. (APA)




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