Letztes Update am Mi, 28.11.2012 07:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Milchbauernproteste in Brüssel: Rangeleien mit der Polizei

Milchbauern aus ganz Europa haben sich auf den Weg nach Brüssel gemacht, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Der Milchpreis könne auf Dauer die Kosten nicht decken.



Brüssel - Die europäischen Milchbauern wollen für die Zeit nach Auslaufen des EU-Quotensystems im Jahr 2015 eine flexible Mengensteuerung im Milchmarkt in Form einer Monitoringstelle. Auch erste Schritte auf dem Weg dorthin wie eine freiwillige Produktionsstilllegung müssen unterstützt werden, fordern die Vertreter der Milchbauern. Am Montag verliehen sie deshalb ihrem Protest in Brüssel ihren Ausdruck. Auch aus Österreich sind rund 60 Betroffene dabei, erklärte Erna Feldhofer, Obfrau der IG Milch, gegenüber der APA.

Milchbauern aus ganz Europa haben sich auf den Weg nach Brüssel gemacht, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. „Die Milchpreise liegen weit unter den Produktionspreisen. Die Situation der Bauern ist sehr dramatisch, sie stehen mit dem Rücken zur Wand“, bekräftigt Feldhofer. Im Durchschnitt liegen die Produktionspreise in Österreich bei 78 Cent, für Bergbauern beträgt er über einen Euro. Gezahlt wird den Produzenten jedoch nur 32/33 Cent pro Kilogramm.

„Seit dem EU-Beitritt haben wir 58 Prozent der Betriebe verloren. Täglich sperren sieben bis neun Betriebe zu, seit dem letzten Milchstreit 2009 haben 8700 zugesperrt“, spricht Feldhofer von einer „ganz erschreckenden“ Zahl.

In der kommenden Woche stehen Entscheidungen im Europaparlament und auch im Ministerrat über die EU-Agrarmarktordnung an. Von der Politik fordern die Milchbauern wirksame Marktregeln, die eine gerechte Entlohnung bieten.

„Die Bauern werden sicher nicht lockerlassen“, betonte Feldhofer. Im Rahmen ihres Protests sollte auch die Zahl jener bildlich dargestellt werden, die in den letzten Jahren aufgegeben haben. (APA)




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