Letztes Update am Mi, 13.02.2013 11:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Philippinen

US-Kriegsschiff zerstört riesigen Teil eines geschützten Korallenriffs

Im Tubbataha-Marineschutzpark, der zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, lief vor fast einer Woche die „USS Guardian“ auf Grund. Fast 1000 Quadratmeter eines Korallenriffs wurden beschädigt.

© X80001Festgefahren: Seit sechs Tagen sitzt die „USS Guardian“ auf einem Korallenriff vor den Philippinen fest.



Manila – Vergangenen Donnerstag lief ein US-Minenräumer auf ein Korallenriff vor den Philippinen auf. Seitdem sitzt die „USS Guardian“ vor der Küste der Provinz Palawan fest. Mindestens 1000 Quadratmeter des Korallenriffs wurden beschädigt. Es gehört zum Tubbataha-Marineschutzpark, einem eingetragenen Weltkulturerbe.

Die Leitung des Parks war angesichts der Beschädigungen entsetzt: „Eine riesige Fläche. Wir hatten gehofft, der Schaden sei kleiner“, sagte Angelique Songco, Managerin des Parks. Das 68 Meter lange Kriegsschiff soll nicht schwer beschädigt sein. Auch soll nie die Gefahr bestanden haben, dass Öl auslaufen könnte.

Vorwürfe gegen „USS Guardian“-Crew

Die „USS Guardian“ hatte in Subic Bay, einem ehemaligen Stützpunkt der US-Navy westlich von Manila, nach einem Tankstopp abgelegt. Die Fahrt sollte über Indonesien weiter nach Osttimor gehen, wo der Minenräumer an einer Übung teilnehmen sollte. Doch dann lief das Schiff am Donnerstag vor Sonnenaufgang auf das Korallenriff. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Die US-Navy wollte prüfen, ob falsche Navigationskarten verantwortlich waren. Ein Boot der Umweltorganisation Greenpeace war nämlich 2005 auf dasselbe Riff geraten. Und damals machte der Kapitän unzulängliche Seekarten für den Unfall verantwortlich.

Dagegen erhob die Managerin des Tubbataha-Marineschutzparks der Besatzung des Minenräumers schwere Vorwürfe. „Unsere Leute haben versucht, der Crew zu sagen, dass sie in ein gesperrtes Gebiet fuhren“, sagte Angelique Songco bereits am Samstag. Die Besatzung der „USS Guardian“ habe die Kontaktversuche jedoch abgewehrt. In einer Pressemitteilung des Marineparks vom Samstag hieß es, der Kapitän habe die Soldaten in Alarmbereitschaft versetzt und sie seien in Kampfposition gegangen, als sich die Ranger dem Kriegsschiff näherten.

300 Dollar Strafe pro zerstörtem Quadratmeter

Die 79 Besatzungsmitglieder der „USS Guardian“ waren bei dem Unfall unverletzt geblieben. Aus Sicherheitsgründen wurden die Soldaten an Land gebracht. Um das 68 Meter lange Schiff vom Riff zu ziehen, wollen Bergungstrupps nun den Minenräumer teilweise entladen.

Der Schiffsunfall lässt auf den Philippinen die Gemüter hochkochen. Am Montag protestierten Umweltschützer vor der US-Botschaft. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die US-Navy hat sich für den Unfall entschuldigt - und muss eine Strafe zahlen. Die US-Marine müsse als Strafe und zur Wiederherstellung des Riffs 24 Millionen Pesos zahlen - rund 450.000 Euro, sagte Sorgco. Die Summe sei viel zu niedrig, das Gesetz erlaube aber nicht mehr.

Der Tubbataha-Nationalpark umfasst 10.000 Hektar, hat zwei große Korallenriffe und gehört zu den spektakulärsten Tauchgebieten der Welt. Er bietet Lebensraum für Haie, Delphine, Wale und rund 600 andere Fischarten sowie 360 Korallenarten. Der Park liegt in der als „Korallendreieck“ bekannten Region im westlichen Pazifik und gehört zu den artenreichsten Meereszonen der Welt. (tt.com, dpa)




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