Letztes Update am Di, 08.07.2014 12:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Eine deutliche Botschaft der Wildwassersportler

300 Bootsfahrer demonstrierten friedlich gegen das Sanna-Kraftwerk. VBM Manfred Jenewein aus Landeck begrüßt „Infos von allen Seiten“.



Landeck, Pians – So viele Rafter und Kajaker wie kürzlich beim ersten „Sanna Riverfest“ dürften sich noch nie gleichzeitig von Pians nach Landeck gekämpft haben. Der „Kampf“ der Paddler war jedoch friedlich. Tirols Raftingverband und heimische Outdoorfirmen hatten zu einem „Zeichen der Solidarität gegen das geplante Sanna-Kraftwerk“ aufgerufen.

„Unser wichtigstes Anliegen ist, Bewusstseinsarbeit zu leisten. Es geht längst nicht mehr um die Sanna allein, sondern um das europaweit einzigartige Wildwasser-Eldorado im Tiroler Oberland“, erklärte Sprecher Günter Kramarcsik für den Raftingverband. „Die geplanten Kraftwerke vernichten in Salamitaktik dieses Eldorado für immer.“

Für die Errichtung einer permanenten Rennstrecke auf der Sanna plädierte Werner Senn, Leiter der Flugpolizei und früher aktiver Kanu-Sportler: „Wir haben eine attraktive Wildwasserstrecke vor der Haustüre. In Wien werden fünf Millionen Euro für eine künstliche Strecke auf der Alten Donau investiert.“ Auf das große touristische Potenzial der Sanna hingewiesen hat Landecks Wildwasserpionier Fuzzi Huber. TVB-Geschäftsführerin Andrea Weber gestand, sie sei erstmals in ein Raftingboot gestiegen: „Ich bin begeistert von der Sanna.“ Die Ferienregion TirolWest sei geprägt vom Wildwassersport. „Sonst geben wir für Infrastruktur viel Geld aus und bei der Sanna sägen wir uns selbst den Ast ab“, sagte Weber. Der TVB sei keinesfalls grundsätzlich gegen Wasserkraft.

Fischerei-Sprecher Helmut Alexander betonte: „Die Sanna ist knapp hinter dem Lech der zweitbeste Fluss Westösterreichs für Fischpopulationen.“ Für die Pianner „Lattenbach-Bürgerinitiative“ erläuterte Sprecher Walter Mathoy die Sorgen und Ängste der Anrainer. Eine Mure treffe schneller im Tal ein als ein Schwall des Kraftwerks.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Die Projektbetreiber sollten froh sein, dass früh genug Bedenken aufgezeigt werden“, sagte VBM Manfred Jenewein aus Landeck. Er selbst schaue sich die „Infos von allen Seiten“ emotionslos an, um eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Kraftwerksbeteiligung der Stadt treffen zu können. (hwe)




Kommentieren