Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.02.2015


Gesellschaft

Polizei prüft geplantes Innsbrucker Laufhaus

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Innsbruck – Ob die Landeshauptstadt Innsbruck ein fünftes und Tirol damit ein zwölftes Bordell bekommt, ist vorerst ungewiss. Wie berichtet, sorgte am Dienstag die Ankündigung eines Innsbrucker Unternehmers, ein so genanntes Laufhaus in der Nähe des Westbahnhofes errichten zu wollen, für Verwirrung bei den offiziellen Stellen. Geplant sei, mit dem Betrieb das bestehende Vakuum zwischen hochpreisigen, gas­tronomisch orientierten Bordellen und dem „günstigen“ Angebot, das großteils derzeit auf illegaler Ebene angeboten werde, aufzulösen. Doch den Eingang eines entsprechenden Antrags zur Bewilligung eines Bordells konnten zunächst weder Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer noch die Polizei bestätigen.

Gestern meldete sich der Pressebeauftragte des Projektwerbers zu Wort. Der Antrag sei am 6. Februar beim Innsbrucker Magistrat eingegangen, der Projektant wolle bis zum offiziellen Beginn des Antragsverfahrens anonym bleiben.

Tatsache ist: Die Entscheidung über ein Bordell liegt bei der Polizei. Zwar sind in Tirol die Bürgermeister die zuständige Behörde, für Innsbruck werden Bordellansuchen jedoch per Übertragungsverordnung von der Polizei behandelt, wie Gerhard Dietz, Leiter der sicherheits- und verwaltungspolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion erklärt. Der Antrag werde also letztlich bei ihm landen und die Polizei werde das Ansuchen nach einer Reihe von Kriterien prüfen. Dazu zählen unter anderem, ob ein Bedarf für ein weiteres Bordell gegeben, ob das Gebäude und die Lage geeignet oder ob der Projektwerber als verlässlich anzusehen ist. Wie lange das Verfahren dauern werde, könne er nicht sagen. „Wir sind aber bemüht, die Prüfung so rasch wie möglich durchzuführen“, erklärt Dietz.

Die FPÖ lehnt in einer Aussendung ein Bordell beim Westbahnhof ab. Dadurch würde die angespannte Situation am Innsbrucker Straßenstrich nicht eingedämmt. ÖVP-Stadtparteiobmann Franz Gruber pocht auf die Fortsetzung der Bekämpfung des illegalen Straßenstrichs. „Ob ein weiteres reguläres Bordell sinnvoll und genehmigungsfähig wäre, müssen die entsprechenden Behördenverfahren zeigen.“ (np)