Letztes Update am Mi, 11.02.2015 15:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Große Mängel

Europa-Notruf 112 funktioniert noch nicht gut genug

In Griechenland dauerte es bis zu 35 Minuten, den Ort eines Notrufes nachzuverfolgen.



Brüssel – Der Notrufnummer 112 soll europaweit der schnellste Weg zur Hilfe sein - ein am Mittwoch in Brüssel veröffentlichter EU-Bericht belegt aber, dass es weiterhin große Mängel bei Entgegennahme der Anrufe und den folgenden Schritten gibt. „Die Mitgliedstaaten müssen mehr tun“, urteilte die Europäische Kommission.

Der Bericht bezieht sich auf die Zeit von Anfang Juli 2013 bis Ende Juni 2014 und beruht auf den Angaben aus den jeweiligen Staaten. In 20 EU-Staaten dauerte es demnach in der Regel zehn Sekunden oder weniger, bis ein Notruf entgegengenommen wurde. Sehr verschieden sind die Zeiten, in denen es gelingt, den Anrufer mittels Telekommunikationstechnik zu lokalisieren. Dies ist wichtig, damit die Rettungsdienste beispielsweise einen Unfallort schnell anfahren können. Innerhalb von zehn Sekunden klappt dies demnach in 17 Ländern. „Exzessiv lange“ dauert die Lokalisierung laut Bericht in Frankreich, Malta und Griechenland, in Griechenland gar bis zu 35 Minuten.

Unfallopfer, die nicht mehr sprechen können, haben teilweise die Möglichkeit, die Retter per SMS oder anderen Techniken wie Videostreaming zu benachrichtigen. Solche Wege stehen dem Bericht nach in 22 EU-Ländern zur Verfügung. 112 ist in allen EU-Staaten offizielle Notrufnummer, nicht überall aber die einzige. In Österreich gilt zudem 122 für die Feuerwehr, 133 für die Polizei und 144 für die Rettung. (APA/AFP)

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