Letztes Update am Do, 25.08.2016 11:49

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katastrophen

Ferien bei Oma und Opa: Warum viele Kinder im Erdbeben starben

Es sind vor allem die herzzerreißenden Geschichten von den kleinen Opfern des Erdbebens, von denen italienische Medien berichten.

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© Reuters(Symbolbild)



Rom - Unter den Opfern des Erdbebens in Italien waren viele Kinder. Warum? Viele Eltern schicken ihre Kinder in den Sommerferien zu „nonno e nonna“, also zu Opa und Oma. Die wohnen oft noch in kleinen Orten, während die Eltern in Städten arbeiten. In den Sommermonaten, besonders im August, erholen sich aber auch oft ganze Familien in ihren Heimatorten vom Großstadtstress.

Es sind vor allem diese herzzerreißenden Geschichten von den kleinen Opfern des Erdbebens, von denen italienische Medien berichten:

- Eine Mutter zog aus L‘Aquila weg, nachdem sie das schwere Beben dort vor sieben Jahren überlebt hatte. Ruhe wollte sie in den Marken finden, in dem kleinen Ort Arquata del Tronto. Doch dort nahm ihr nun das Beben ihre kleine Tochter weg: Mariosol wurde nur 18 Monate alt.

- Eine ganze Familie wurde im Dorf Accumoli ausgelöscht. Mutter, Vater, ein Grundschulkind und ein kleines Baby. Sie alle schliefen in einem Zimmer, als das Dach über ihnen zusammenbrach. Niemand überlebte.

- Ein Elfjähriger rief unter den Trümmern nach Hilfe. Über Stunden versuchten die Retter, ihn lebend zu bergen. Doch die Rufe von Alfredino aus Amatrice verstummten. Als er schließlich aus den Trümmern gezogen wurde, war der Bub tot.

- Das Schicksal der Zwillingsjungs Simone und Andrea aus Amatrice: Simone konnte noch lebend aus seinem Gefängnis aus Stein geborgen werden, doch dann erlag er seinen Verletzungen. Sein Bruder starb schon unter den Trümmern.

Doch es gibt auch einige Geschichten der Hoffnung:

- Eine Großmutter verkroch sich in Arquata del Tronto mit ihren beiden Enkeln Leone und Samuele unter einem Bett, als die Welt über ihnen zusammenbrach. Sie überlebten.

- Elisabetta bewies Mut: Das Mädchen sprang aus dem Fenster aus dem ersten Stock in Pescara del Tronto. Unten stand ihr Vater und fing sie auf. (dpa)