Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.09.2016


Landeck

Nächste Herausforderung ist der Schutzdamm

Nach der offiziellen Einsatzkräfte-Verabschiedung am Freitag hat die Grinner Feuerwehr die Aufräumarbeiten am Samstag vorläufig beendet.

Acht Tage nach der Mure bei Grins: Zwischen Sanna und Gewerbegebiet konnte vorläufig ein fünf Meter hoher Damm geschüttet werden.

© WenzelAcht Tage nach der Mure bei Grins: Zwischen Sanna und Gewerbegebiet konnte vorläufig ein fünf Meter hoher Damm geschüttet werden.



Von Helmut Wenzel

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Grins – Nur Anrainer und Einsatzkräfte durften vorige Woche die Sperre der Landesstraße B 171 bei Grins passieren. Seit Freitagabend ist der einen Kilometer lange Abschnitt wieder ungehindert passierbar. Wiederholt bleiben „Katastrophen-Touristen“ stehen, um das Szenario bei der Mühlbach-Mure bzw. im schwer betroffenen Grinner Gewerbegebiet festzuhalten. Dort ist binnen einer Woche Großartiges geleistet worden.

Wie geht es nach der landesoffiziellen Verabschiedung der 90 Bundesheer-Soldaten, Feuerwehr-Katastrophenzüge und Rotkreuz-Helfer am Freitag weiter? „Die Grinner Feuerwehr wird auch in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen“, betonte Einsatzleiter Kdt. Hubert Senn am Sonntag. Die Ortsfeuerwehr hat laut Senn ihren Einsatz am Samstag um 16 Uhr beendet. „Sollten weitere Hilfeleistungen nötig sein, wird alarmiert und wir rücken aus. Mit den Betriebsinhabern stehen wir jedenfalls in engem Kontakt.“ Man müsse auch für andere Einsätze wieder fit sein. So habe man zum Beispiel am Samstagabend noch zu einem Brand von Holzpaletten ausrücken müssen. Unabhängig von der Feuerwehr würden mehrere Grinner Vereine ihre Unterstützung anbieten.

Sandsäcke und ein Info-Plakat vor dem Autohaus Zangerl.
Sandsäcke und ein Info-Plakat vor dem Autohaus Zangerl.
- Wenzel

An der exakten Bilanz mit Zahlen und Fakten seit der „Muren-Nacht“ am 10. September werde noch gearbeitet, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Hermann Wolf. In den kommenden Tagen werde es detaillierte Infos geben.

Zusammenfassend könne er aber schon jetzt sagen: „Das Zusammenspiel aller Helfer, mit den Feuerwehren aus dem Bezirk und aus den Nachbarbezirken war hervorragend. Der strukturierte Einsatz bei den Aufräumarbeiten war sehenswert und etwas Einmaliges.“ Das Geschehen am Einsatzort werde analysiert, „weil wir ja wieder etwas dazulernen wollen“, sagte der Bezirkskommandant.

Dass Schutzbauten rund um das bereits vom Sanna-Hochwasser 2005 betroffene Gewerbegebiet hohe Priorität haben, liegt für die Chefs der Wildbach- und Lawinenverbauung, Siegfried Sauermoser, sowie der Abteilung Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie, Markus Federspiel, auf der Hand. Da beide Institutionen von den Herausforderungen tangiert sind, habe man sich zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen. Ein massiver Schutzdamm soll geschüttet werden, Details zu den Dimensionen müssten auf Grund von Gelände-Untersuchungen aber erst ausgearbeitet werden. Wie beim großen Geschiebeauffangbecken in See, das in nur wenigen Monaten entstanden sei, soll auch der Sanna-Damm „möglichst rasch gebaut werden“, sagte Sauermoser auf TT-Anfrage. Ohne den Planungen vorgreifen zu wollen, strebt Tirols Wildbach-Chef Sauermoser einen Baubeginn noch in diesem Jahr an.

Für die von der Mühlbach-Mure schwer betroffenen Grinner Betriebe ist Standortsicherheit zur Existenzfrage geworden, hoben die Unternehmer hervor. In dieser Frage hoffe man auf den raschen Bau eines Schutzdammes. „Für den großartigen Einsatz bei den Aufräumarbeiten können wir nur Danke sagen“, betonten die Wirtschaftstreibenden am Freitag.

Der Fuhrpark des Transportunternehmens Wille ist schwer beschädigt.
Der Fuhrpark des Transportunternehmens Wille ist schwer beschädigt.
- Wenzel