Letztes Update am So, 26.02.2017 11:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katastrophen

53.000 Erdbeben in einem Jahr: 2016 war für Italien schwarzes Jahr

Die Zahl der Erdstöße hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Rettungskräfte bergen einen Menschen mit einer Trage nach dem verheerenden Erbeben in Amatrice am 24. August 2016.

© REUTERSRettungskräfte bergen einen Menschen mit einer Trage nach dem verheerenden Erbeben in Amatrice am 24. August 2016.



Rom – Als ein „Annus horribilis“ – ein schreckliches Jahr – wird laut Seismologen 2016 für Italien in Erinnerung bleiben. Mit 53.000 Erdstößen habe sich die Zahl der Erschütterungen im Land gegenüber 2015 verdreifacht und gegenüber 2014 verdoppelt, geht aus Angaben des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hervor.

Vor dem schweren Erdstoß am 24. August 2016 mit Epizentrum im mittelitalienischen Amatrice, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen, hatte die Zahl der Erdbeben in Italien dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprochen. Nach der Erschütterung im August habe die Zahl der täglichen Erdbeben stark zugenommen, betonten die INGV-Experten. Der Durchschnitt der Erdstöße liege bei 300 pro Tag, die meisten seien von Menschen nicht spürbar.

Das heftigste Beben im Jahr 2016 ereignete sich am 30. Oktober. Der Erdstoß der Stärke 6,5 mit Epizentrum in der Provinz Perugia war der stärkste in Italien seit jenem im südlichen Irpinien im Jahr 1980, bei dem es 2.914 Tote und 8.848 Verletzte gab. Im Jahr 2016 wurden 3.400 Erdstöße ab der Stärke 2,5 registriert, die der INGV dem italienischen Zivilschutz melden muss. Sechs Erdstöße im vergangenen Jahr hatten eine Magnitude über 5,0.

Auch seit Beginn des Jahres 2017 blieb die Häufigkeit von Erdbeben in Italien hoch. Im Jänner und Februar wurden einige Erdstöße über der Stärke 4,0 verzeichnet. Wie lange die Nachbeben noch andauern werden, sei unklar. Experten betonten, dass nach dem katastrophalen Beben in Irpinien die Erdstöße zwei Jahre lang anhielten. (APA)