Letztes Update am So, 09.09.2018 08:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben

Zahl der Todesopfer nach schwerem Erdbeben in Japan auf 35 gestiegen

Rund 40.000 Einsatzkräfte, darunter Soldaten der japanische Selbstverteidigungstruppen, suchten mit Räumfahrzeugen, Hubschraubern und Spürhunden nach weiteren Verschütteten. Das Beben der Stärke 6,6 hatte sich am Donnerstag ereignet.

© X01481Die meisten Toten gab es in der japanischen Kleinstadt Atsuma.



Tokio – Nach dem schweren Erdbeben in Japan ist die Zahl der Todesopfer auf 35 gestiegen. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, gab es die meisten Toten in der Kleinstadt Atsuma auf der nördlichen Insel Hokkaido, wo das Erdbeben mehrere Erdrutsche ausgelöst hatte. Zehntausende Einsatzkräfte suchten mit schweren Gerät und Spürhunden nach weiteren Verschütteten.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte den Katastrophengebieten Hilfsgelder zu. Mittlerweile seien 35 Todesopfer gefunden worden, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NHK. Etwa fünf Menschen würden in Atsuma noch vermisst. Zudem hätten mehr als 600 Menschen leichte Verletzungen erlitten.

40.000 Einsatzkräfte suchen nach Verschütteten

Rund 40.000 Einsatzkräfte, darunter Soldaten der japanische Selbstverteidigungstruppen, suchten mit Räumfahrzeugen, Hubschraubern und Spürhunden nach weiteren Verschütteten, wie der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga vor Journalisten sagte. „Sie tun rund um die Uhr ihr Bestes.“ Auch in der Nacht wurde die Suche fortgesetzt.

„Wir hatten hier noch nie Erdrutsche“, sagte Akira Matsushita, der seinen Bruder in Atsuma verlor, dem Fernsehsender Asahi. „Ich konnte es nicht glauben, bis ich es mit meinen eigenen Augen sah. Als ich es sah, wusste ich, dass niemand erleben konnte.“ Ein anderer Bewohner von Atsuma sagte dem Sender NHK: „Ich möchte glauben, dass das Erdbeben in einem Traum passiert ist und ich aus diesem Alptraum aufwachen werde.“

Das Beben der Stärke 6,6 hatte sich am Donnerstag ereignet. Auf Fernsehbildern von Sapporo, dem Verwaltungssitz von Hokkaido, waren aufgerissene Straßen und schwer beschädigte Hausfassaden zu sehen.

Weil durch das Erdbeben auch ein Wärmekraftwerk beschädigt worden war, fiel zunächst bei allen rund drei Millionen Haushalten auf der Insel der Strom aus. Mittlerweile sei die Stromversorgung weitgehend wiederhergestellt worden, sagte Regierungschef Abe bei einer Kabinettssitzung zu den Folgen des Erdbebens. Nur noch 20.000 Haushalte hätten keinen Strom.

31.000 Haushalte von Wasserversorgung abgeschnitten

Von der Wasserversorgung waren laut Abe 31.000 Haushalte abgeschnitten. Etwa 16.000 Menschen seien noch in Notunterkünften untergebracht. Der Flugverkehr in Sapporo konnte am Samstag wieder aufgenommen werden.

Abe sagte Hilfszahlungen zu, um die Erdbebengebiete mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Treibstoff für die Stromgeneratoren in Krankenhäusern zu versorgen. Am Sonntag wollte der Ministerpräsident Katastrophenopfer auf Hokkaido besuchen, wie die Nachrichtenagentur Jiji berichtete.

Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen tektonische Platten aufeinander, so dass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen.

Erst am Dienstag hatte Taifun „Jebi“ in Teilen Japans für schwere Verwüstungen gesorgt. Es war der stärkste Taifun in Japan seit 25 Jahren. Mindestens elf Menschen kamen ums Leben. Im Juli waren in Japan etwa 220 Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen ums Leben gekommen, weitere 119 Menschen starben wegen einer Hitzewelle. (APA/AFP)




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