Letztes Update am Do, 11.10.2018 16:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

„Unglaubliche Zerstörung“: Hurrikan „Michael“ fegte über Florida

„Michael“ war der stärkste Hurrikan, der die Florida-Panhandle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 getroffen hat. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, die Schäden sind enorm.

© AFPDie Schäden in Panama City, Florida, sind enorm.



Panama City Beach – Hurrikan „Michael“ hat im US-Bundesstaat Florida eine Schneise der Verwüstung geschlagen und zahlreiche Menschen verletzt. „Es gibt unglaubliche Zerstörung“, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Donnerstag dem Sender CNN. „Wir haben viele Verletzte.“ CNN berichtete, der Sturm habe in Florida und dem benachbarten Bundesstaat Georgia zwei Menschenleben gekostet, darunter das eines Kindes.

"Michael" aus Sicht der Internationalen Raumstation ISS.
- imago stock&people

Scott machte zunächst keine Angaben zu Toten, sagte aber: „Meine größte Sorge wäre der Verlust von Leben.“ Befürchtet wurde, dass Rettungskräfte in den Trümmern noch Tote finden könnten. Der Sturm hatte unerwartet schnell an Stärke gewonnen, viele Menschen hatten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Scott sagte, Rettungskräfte hätten die ganze Nacht gearbeitet und würden so bald wie möglich alle Betroffenen erreichen.

Stärkster Hurrikan in Florida seit 1851

„Michael“ war nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes der stärkste Hurrikan, der die Florida-Panhandle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 getroffen hat. Als Panhandle (Landzipfel oder Pfannenstiel) wird der Teil Floridas nordwestlich der Halbinsel bezeichnet, wo der Hurrikan der Kategorie vier am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf Land gestoßen war. Er lag damit nur zwei Stundenkilometer unter der höchsten Kategorie fünf. Das Nationale Hurrikan-Zentrum hatte vor meterhohen Sturmfluten gewarnt.

Der Hafen von Port St. Joe wurde von "Michael" völlig zerstört.
- imago stock&people

CNN berichtete unter Berufung auf die Behörden, in Florida sei ein Mann ums Leben gekommen, als ein Baum in sein Haus gestürzt sei. In Georgia sei ein elf Jahre altes Mädchen gestorben, als ein Carport von dem Sturm in die Luft gehoben wurde und durch ein Dach stürzte.

Scott rief die Menschen dazu auf, weiterhin nicht ihre Häuser zu verlassen. „Sie haben diesen unglaublichen Sturm überlebt. Bleiben Sie sicher. Gehen Sie nicht hinaus, wenn Sie nicht müssen.“ Überlandleitungen seien zerstört worden, Bäume seien umgestürzt. Scott fügte mit Blick auf die schweren Sturmschäden hinzu: „Ich wünschte nur, das wäre nie geschehen.“

Bilder, Grafiken, Videos und mehr zu Hurrikan „Michael“ in der Ticker-Nachlese: http://bit.ly/2pNSgoh>

Hunderttausende Haushalte ohne Strom

Der Gouverneur sagte, rund 360.000 Haushalte, Büros und Geschäfte seien ohne Elektrizität. Floridas Katastrophenschutzbehörde Sert teilte mit, alleine im Bezirk Bay – wo der Hurrikan am Mittwoch auf Land getroffen war – sei bei fast 115.000 der 117.625 Anschlüssen der Strom ausgefallen. Im benachbarten kleineren Bezirk Calhoun verfügte am Donnerstagmorgen kein einziger Anschluss mehr über Elektrizität.

„Michael“ war am Mittwochmittag in der Nähe des Ortes Mexico Beach auf Land getroffen. Auf Fernsehbildern, die CNN von einem Helikopter aus aufnahm, war großflächige Zerstörung in Mexico Beach zu sehen. Floridas Senator Marco Rubio schrieb auf Twitter, ihm sei gesagt worden: „Mexico Beach ist weg.“

In Panama City in Florida haben die Aufräumarbeiten begonnen.
- AFP

Der Abgeordnete Neal Dunn sagte CNN aus der nahe gelegenen Stadt Panama City: „Es sieht so aus, als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen.“ In der Früh nach dem Sturm bot sich ein chaotisches Bild: Häuser, Autos, Boote, Bäume und Möbel hatte der Sturm offensichtlich durcheinandergewirbelt. Betroffene Menschen standen fassungslos vor den Trümmern.

Auf seinem Weg nach Nordosten schwächte sich „Michael“ ab und wurde zu einen tropischen Sturm herabgestuft. Der Sturm zog am Donnerstag weiter über die Bundesstaaten Georgia sowie South Carolina. Das Nationale Hurrikanzentrum warnte vor Sturmfluten in Teilen North Carolinas. Erst Mitte September hatte Tropensturm „Florence“ die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch „Florence“ und die Folgen des Sturms ums Leben. (APA/dpa)