Letztes Update am So, 23.12.2018 16:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indonesien

Mindestens 222 Menschen bei Tsunami in Indonesien getötet

Mindestens 843 Menschen sollen verletzt worden sein, als die Flutwelle Küstenstriche zwischen Java und Sumatra traf. Österreichern sollen ersten Angaben zufolge nicht betroffen sein.

Überlebende nach dem Tsunami am Carita Beach.

© AFPÜberlebende nach dem Tsunami am Carita Beach.



Jakarta – Bei einer neuerlichen Tsunami-Katastrophe in Indonesien sind mindestens 222 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 843 Menschen seien verletzt worden, als die Flutwellen am Samstagabend (Ortszeit) nach einem Vulkanausbruch ohne Vorwarnung über Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda hereinbrachen, teilte die Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mit.

Keine Hinweise auf betroffene Österreicher

Nach ersten Erkenntnissen des Außenministeriums dürften sich unter den Opfern keine Urlauber aus Österreich befinden. Bisher hätten sich auch keine Angehörigen gemeldet, die in Indonesien urlaubende Familienmitglieder vermissen, gab der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, bekannt. Vorsorglich wurde ein Krisenstab eingerichtet. Die österreichische Botschaft in Jakarta steht in dauerndem Kontakt mit den indonesischen Behörden. „Wir beobachten die Lage weiterhin aufmerksam. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer“, stellte Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) fest.

Der Tsunami dürfte durch den Ausbruch des Anak Krakatoa ausgelöst worden sein.
Der Tsunami dürfte durch den Ausbruch des Anak Krakatoa ausgelöst worden sein.
- AFP

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereingebrochen. Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java. Zu Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - alleine dort kamen damals mehr als 160.000 Menschen ums Leben.

Vor knapp drei Monaten wurde dann die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi - rund 1500 Kilometer nordwestlich des jetzt betroffenen Gebiets - von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe breit.

Die Behörden befürchteten am Sonntag, dass die Opferzahlen noch weiter steigen könnten. Nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) war die Ursache des Tsunamis vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Purwo Nugroho empfahl den Menschen in der betroffenen Gegend, sich weiterhin von der Küste fernzuhalten, da die Möglichkeit weiterer Eruptionen und somit eines weiteren Tsunamis bestehe.

Das Wasser hat die einfachen Hütten in Strandnähe zerstört.
Das Wasser hat die einfachen Hütten in Strandnähe zerstört.
- AFP

Papst betet für die Opfer

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte am Sonntag sein Mitgefühl aus. Die EU-Kommission stehe bereit, die Hilfsarbeiten zu unterstützen. Papst Franziskus gedachte beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom der Opfer. „Ich rufe alle auf, sich mir in meinem Gebet für die Opfer und ihre Lieben anzuschließen“, sagte das Katholikenoberhaupt.

Erste Hilfsorganisationen nahmen in dem Katastrophengebiet die Arbeit auf und baten um Spenden. „Wir dürfen die Menschen jetzt nicht alleine lassen“, sagte die Direktorin der Diakonie Österreich, Maria Katharina Moser. Auch wenn bisher wenige Informationen vorliegen, sei damit zu rechnen, dass zunächst vor allem Nahrungsmittel und Notunterkünfte gebraucht werden. „Wir werden jetzt mit unseren Partnern schnellstmöglich klären, wie wir den Menschen auf Sumatra und Java in den kommenden Tagen am besten helfen können“, hieß es seitens der Hilfsorganisation. (APA/AFP/dpa)

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