Letztes Update am Sa, 09.02.2019 13:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spanien

S-Bahn-Fahrerin starb bei Zugunglück nahe Barcelona

Weitere 95 Menschen sind bei dem Unfall verletzt worden, sechs davon schwer, teilte der Zivilschutz von Katalonien mit. Ursache für den tödlichen Zwischenfall könnte ein Signalproblem gewesen sein.

Nach dem tragischen Unfall wurde eine Untersuchung eingeleitet.

© imago stock&peopleNach dem tragischen Unfall wurde eine Untersuchung eingeleitet.



Barcelona – Knapp drei Monate nach einem schweren Zugunglück in Katalonien ist eine S-Bahn-Fahrerin am Freitag bei einem Frontalzusammenstoß rund 50 Kilometer nordwestlich von Barcelona ums Leben gekommen. Die 26-Jährige war erst wenige Monate als Fahrerin tätig, wie Medien unter Berufung auf Behörden berichteten.

Weitere 95 Menschen seien bei dem Unfall verletzt worden, sechs davon schwer, teilte der Zivilschutz von Katalonien mit. Das Unglück ereignete sich nach amtlichen Angaben kurz nach 18.00 Uhr zwischen den Gemeinden Sant Vicenc de Castellet und Manresa.

Es ist bereits das dritte schwere Bahnunglück in der Region innerhalb von gut eineinhalb Jahren. „Wieder ein Unfall auf derselben Linie“, titelte die Zeitung „La Vanguardia“ am Samstag in Anspielung auf das Unglück vom 20. November, bei dem ein Fahrgast starb und fast 50 verletzt wurden. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez sicherte auf Twitter den Familien der Betroffenen seine Unterstützung zu.

Signalproblem als mögliche Ursache

Ein Sprecher der Regionalregierung sagte zur Unfallursache: „Alles deutet auf ein Signalproblem hin.“ Der Präsident der spanischen Eisenbahngesellschaft Renfe, die das katalanische Vorortbahnnetz Rodalies betreibt, sagte, man habe eine Untersuchung eingeleitet. „Auch die Justiz wird natürlich ermitteln“, sagte Renfe-Boss Isaías Táboas.

Feuerwehr, Polizei und Ärzte waren am Abend am Unglücksort mehrere Stunden im Hilfseinsatz. Einige Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Rund 100 Passagiere seien mit dem Schrecken davongekommen, so der Zivilschutz. „Nach dem Zusammenstoß gab es in meinem Waggon überall blutende Menschen“, sagte eine Passagierin der Zeitung El Periodico.

Bei einem weiteren Zugunfall in Barcelona waren im Sommer 2017 mehr als 50 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Damals krachte eine S-Bahn im Bahnhof Franca im Zentrum der Metropole gegen einen Prellbock am Bahnsteigende. (APA/AFP)

Ein Signalproblem könnte Schuld an dem Unfall gehabt haben.
Ein Signalproblem könnte Schuld an dem Unfall gehabt haben.
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