Letztes Update am Mi, 28.08.2019 10:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NASA-Animation

Gewaltige Kohlenmonoxid-Wolke durch Brände im Amazonasgebiet

Die NASA hat mittels Satellitendaten simuliert, wie sich infolge der extremen Waldbrände hochgiftiges Kohlenmonoxid über Südamerika ausbreitet. Wegen der stark belasteten Atemluft mussten in Brasilien bereits zahlreiche Menschen behandelt werden.

Die roten Stellen weisen die höchste Kohlenmonixid-Konzentration auf: Die Simulation basiert auf Daten des NASA-Forschungssatelliten "Aqua.

© NASADie roten Stellen weisen die höchste Kohlenmonixid-Konzentration auf: Die Simulation basiert auf Daten des NASA-Forschungssatelliten "Aqua.



Brasilia — Eine Simulation der NASA zeigt deutlich, welch enorme Schadstoffbelastung die Brände im Amazonasgebiet derzeit erzeugen. In einer Höhe von 5500 Metern misst der Forschungssatellit "Aqua" der US-Weltraumbehörde mit Hilfe des Infrarot-Messgerät Airs (Atmospheric Infrared Sounder) die Kohlenmonoxid-Konzentration. Und diese ist vor allem über den Brandherden in Brasilien, Bolivien und Paraguay alarmierend.

Auf der bereits am Wochenende veröffentlichten Animation, die Daten von 8. bis 22. August darstellt, wird ersichtlich, dass die Menge an gesundheitsgefährdendem Kohlenmonoxid (CO) über dem Amazonasgebiet kontinuierlich steigt — in der Darstellung ist dies durch eine anschwellende rote Wolke ersichtlich, die sich immer weiter ausdehnt.

Die grüne Farbe in der Animation zeigt Konzentrationen von ungefähr 100 parts per billion by volume (ppbv) an, Gelb ungefähr 120 ppbv und Dunkelrot etwa 160 ppbv. Die mittlere Konzentration von Kohlenmonoxid in der Erdatmosphäre beträgt etwa 90 ppbv, auf der Südhalbkugel sind es 50 ppbv.

Rauchgase belasten viele Brasilianer

In der Höhe der NASA-Messungen hat das Gas zwar keinen direkten gesundheitsschädlichen Einfluss auf den Menschen, jedoch können es gewisse Wetterlagen und Winde nach unten befördern. In Bodennähe kann es die Luftqualität stark verringern.

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Bereits zahlreiche Menschen in Brasilien mussten in den letzten Wochen wegen des Einatmens von Rauchgasen — zu denen eben auch Kohlenmonoxid gehört — in medizinische Behandlung. Dichte Rauchschwaden zogen in den stark betroffenen Bundesstaaten Roraima und Rondônia durch die Städte. Selbst im mehr als 2000 Kilometer entfernten Sao Paulo hatte der Rauch den Himmel verdunkelt. (TT.com)