Letztes Update am Do, 29.08.2019 16:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Küste

Hurrikan „Dorian“: Puerto Rico weitgehend verschont, Florida wappnet sich

Nachdem die Karibikinsel ohne größere Schäden davonkam, wird der Wirbelsturm Wochenende in Florida erwartet. Dort wurde nun der Notstand ausgerufen.

Auf dem Weg Richtung US-Küste gewinnt "Dorian" an Stärke.

© NOAA/RAMMBAuf dem Weg Richtung US-Küste gewinnt "Dorian" an Stärke.



Miami – US-Präsident Donald Trump hat die Menschen an der Südostküste des Landes dazu aufgerufen, sich für den heranziehenden Hurrikan „Dorian“ zu wappnen. Es sehe so aus, als würde der Wirbelsturm am späten Sonntagabend die Küste im Bundesstaat Florida treffen, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.

Er appellierte an die Menschen dort, sich auf den Sturm vorzubereiten und den Anweisungen der Behörden zu folgen. „Es wird ein sehr großer Hurrikan, vielleicht einer der größten!“, mahnte der Präsident.

Der Hurrikan „Dorian“ steuert derzeit auf die US-Küste zu. Seine Ankunft dort wird am Wochenende erwartet. Am Donnerstagvormittag (Ortszeit) erreichte der Wirbelsturm nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde. Er ist damit auf der Skala von eins bis fünf bisher ein Hurrikan der untersten Kategorie eins.

Florida rief vorsorglich den Notstand aus

Derzeit gewinnt der Sturm über den warmen Gewässern der Karibik aber an Stärke. Meteorologen erwarten, dass er sich bis zur Ankunft an Land zu einem Hurrikan der Stärke drei entwickeln könnte. Ein solcher Sturm wird meist von heftigen Regenfällen und gefährlichen Windböen von bis zu 200 Kilometern pro Stunde begleitet.

In Erinnerung an Hurrikan "Maria" vor zwei Jahren blickten die Puerto Ricaner dem Wirbelsturm mit Sorge entgegen. Größere Schäden blieben jedoch aus.
In Erinnerung an Hurrikan "Maria" vor zwei Jahren blickten die Puerto Ricaner dem Wirbelsturm mit Sorge entgegen. Größere Schäden blieben jedoch aus.
- AFP

Florida hatte am Mittwoch vorsorglich den Notstand ausgerufen. „Jeder Einwohner von Florida sollte für mindestens sieben Tage Vorräte haben, darunter Essen, Wasser und Medizin sowie einen Plan für den Katastrophenfall“, erklärte Gouverneur Ron DeSantis. Darüber hinaus erklärte Trump auch für die in der Karibik liegenden Amerikanischen Jungferninsel den Notstand, um auch für das US-Außengebiet mehr Hilfe leichter zugängig zu machen.

Keine größeren Schäden in Puerto Rico

Der Inselstaat Puerto Rico blieb von dem Hurrikan – anders als ursprünglich befürchtet – weitgehend verschont. Der Sturm traf nicht direkt auf das karibische US-Außengebiet, sondern zog weiter östlich nahe an den Jungferninseln vorbei. Größere Schäden wurden in Puerto Rico nicht gemeldet. Entgegen einer vorherigen Anordnung sollten die Schulen am Donnerstag öffnen und öffentliche Bedienstete zur Arbeit kommen, sagte Gouverneurin Wanda Vazquez.

Puerto Rico ist ein assoziierter Freistaat der USA, seine rund 3,2 Millionen Einwohner sind US-Bürger. Die bei Kreuzfahrttouristen beliebte Insel ist während der Hurrikan-Saison oft Stürmen ausgesetzt. Besonders verheerend hatte im September 2017 Hurrikan „Maria“ das Gebiet getroffen. Fast 3.000 Todesopfer wurden dem Sturm im Nachhinein zugerechnet. Monatelang litten die Puerto Ricaner zudem unter Stromausfällen und unterbrochener Trinkwasserversorgung. Die Angst vor einer neuen Unwetter-Katastrophe war dort deshalb groß.

Trump schrieb auf Twitter, Puerto Rico sei in gutem Zustand, nachdem der Sturm eine andere Route eingeschlagen habe als ursprünglich erwartet. Florida müsse sich nun aber bereit machen für den Hurrikan. Der Sturm werde groß sein. Das Hurrikan-Zentrum warnte, der Sturm könnte neben Florida auch die Bundesstaaten Georgia und South Carolina treffen. (APA/dpa)