Letztes Update am Fr, 29.11.2019 16:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimaerwärmung

Heiß, heißer, 2019: Weltweiter Klimatrend hält an

„Der Planet Erde schwitzt weiter“, heißt es von der US-Wetterbehörde NOAA. Viele beunruhigende Klimawandel-Trends halten an, das Jahr 2019 wird wohl das zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen werden – und die Aussichten für 2020 sehen noch schlechter aus.

Eisbären gelten als eine der großen Verlierer des Klimawandels, weil ihr Lebensraum nach und nach zerstört wird.

© FriedhuberEisbären gelten als eine der großen Verlierer des Klimawandels, weil ihr Lebensraum nach und nach zerstört wird.



New York – Auf den globalen Karten, Statistiken und Grafiken der US-Wetterbehörde NOAA dominierte auch in diesem Jahr wieder die Farbe Rot: Heiß, heißer, rekordheiß. „Der Planet Erde schwitzt weiterhin in unerbittlicher Hitze“, heißt es von der Behörde. Einzelne Monate 2019 waren heißer als je zuvor seit Beginn der NOAA-Aufzeichnungen 1880, insgesamt wird das Jahr wohl als zweitheißestes in diese Statistik eingehen, hinter 2016.

Von Januar bis Oktober lag die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten nach NOAA-Angaben um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad Celsius. Am Rekord-Jahr 2016 schrammte dieser Zeitraum von 2019 nur ganz knapp – mit 0,09 Grad Celsius – vorbei. Unter den zehn heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen finden sich zudem 2015, 2017, 2018, 2014, 2010 und 2013.

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Fast überall wärmer als durchschnittlich, 2020 noch heißer

Fast überall auf der Welt war es 2019 wärmer als im Durchschnitt. Besonders stark machte sich das in Alaska, dem Nordwesten Kanadas, Zentralrussland sowie im südlichen Afrika, Madagaskar, Australien und Asien bemerkbar. Kühler als im Durchschnitt war es nur in Teilen der USA und im Süden Kanadas, allerdings nicht rekordkalt.

Der Aletschgletscher in der Schweiz könnte mit Ende dieses Jahrhunderts verschwinden, wenn der Klimawandel gleich fortschreitet.
Der Aletschgletscher in der Schweiz könnte mit Ende dieses Jahrhunderts verschwinden, wenn der Klimawandel gleich fortschreitet.
- AFP

In Österreich war etwa der Juli um ganze 1,7 Grad Celsius wärmer als im bisherigen Mittel. Auch der Herbst brachte viele Tage mit ungewöhnlich warmem Wetter. In der Monatsbilanz liegt etwa der Oktober im Tiefland Österreichs ebenfalls über dem vieljährigen Mittel und damit unter den 20 wärmsten Oktober-Monaten seit dem Messbeginn im Jahr 1767.

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Etliche anhaltende globale Trends machen Forschern weiter Sorgen: Dazu zählen die geringe Ausbreitung der Eisdecke in Arktis und Antarktis, extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Wirbelstürme sowie der hohe Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2).

Auch die Aussichten für 2020 verheißen keine Besserung: Nach Einschätzung von Wissenschaftlern dürfte Ende nächsten Jahres das Klimaphänomen El Niño wieder in der Pazifikregion auftreten. Das alle paar Jahre in unregelmäßigen Abständen auftretende Phänomen geht mit wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik einher. In der Folge verschieben sich aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen. Als wichtigstes Phänomen natürlicher Klima-Schwankungen kann El Niño etwa Überflutungen in Südamerika auslösen, Dürren in Australien und Missernten in Indien. (dpa)

King's Point in Neufundland, Kanada: Der Eisberg ist beim Schmelzen.
King's Point in Neufundland, Kanada: Der Eisberg ist beim Schmelzen.
- AFP