Letztes Update am So, 27.10.2013 09:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schiffsunglück

„Costa Concordia“ wird in italienischem Hafen abgewrackt

Der italienische Umweltminister schließt eine Zerlegung des Kreuzfahrtschiffs in der Türkei aus. Die Knochenreste, die im Wrack gefunden wurden, wurden mittlerweile identifiziert.

© Reuters/GentileDas Wrack der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio.



Giglio – Die im September vor der italienischen Insel Giglio aufgerichtete Costa Concordia wird in Italien abgewrackt. Die berichtete der italienische Umweltminister Andrea Orlando nach Medienangaben vom Freitag. Er dementierte somit Berichte, denen zufolge die „Costa Concordia“ in der Türkei zerlegt werden könnte.

„Die Abwrackung muss nach europäischen Vorschriften geschehen und wird in einem italienischen Hafen erfolgen. Wir wollen nicht, dass das Schiff in Ländern zerlegt wird, wo die Vorschriften ungeeignet sind“, sagte Orlando. Er dementierte, dass der Betreiber der „Costa Concordia“, die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Druck auf das Ministerium gemacht habe, damit dass Schiff in der Türkei abgewrackt werden kann, wo die Kosten niedriger als in einem italienischen Hafen seien.

Die Häfen Civitavecchia und Piombino sind im Rennen um den Auftrag, die „Costa Concordia“ zu zerlegen. Angeblich bemüht sich auch der Hafen Livorno um den Großauftrag. Dort befindet sich die Werft des Schiffbauriesen Fincantieri, der die Costa Concordia gebaut hat und noch über die Konstruktionspläne verfügt.

Knochenreste identifiziert

Die vor einem Monat im Wrack gefundenen menschlichen Knochenreste gehören der vermissten italienischen Passagierin Maria Grazia Tricarico. Dies ergaben die DNA-Tests, denen die unweit des Decks 3 des Schiffes gefundenen Überreste unterzogen wurden, berichtete die Polizei in einer Mitteilung an die Justizbehörden der toskanischen Stadt Grosseto am Donnerstag.

Der Ehemann und die Tochter der Passagierin hatten bereits eine Halskette und Schuhe erkannt, die unweit der Leiche entdeckt worden waren. Die Tauchermannschaften hatten zunächst angenommen, dass es sich bei den Überresten um jene des indischen Crew-Mitglieds Ruben Rebello handelt. Der Mann wird nach wie vor vermisst.

Bei der Havarie der Costa Concordia waren im Jänner vergangenen Jahres vor der Insel Giglio 32 Menschen ums Leben gekommen. An Bord befanden sich 77 Österreicher, die sich alle retten konnten. (APA)




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