Letztes Update am So, 23.12.2018 14:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Schöne Bescherung: Polizei Hannover ermittelt nach eigener Weihnachtsfeier

Nach einer etwas zu feucht-fröhlichen Weihnachtsfeier herrscht Betroffenheit bei der Polizei in Hannover: Junge Polizisten, die sich als Katermittel Kochsalzlösung spritzen, eine gestohlene Geldkassette - und das ist noch nicht alles.

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© dpa/Andreas Gebert(Symbolfoto)



Hannover – Eine Weihnachtsfeier der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) in Hannover ist aus dem Ruder gelaufen. Unter anderem wurde eine Geldkassette mit mehreren 100 Euro gestohlen, und eine Mitarbeiterin erlitt offenbar durch einen Flaschenwurf eine Platzwunde am Kopf. Auch am Sonntag war die gestohlene Geldkassette nach Polizeiangaben noch nicht wieder aufgetaucht. „Die Vorfälle haben für Betroffenheit gesorgt und werden jetzt untersucht“, sagte Sprecher Karsten Wolff am Samstag auf Anfrage.

Bei der Weihnachtsfeier Mitte Dezember gab es demnach mehrere Zwischenfälle mit betrunkenen Beamten, eine Verletzte und eine Diebstahlanzeige. Zuerst hatte der NDR berichtet. „Das haben wir so noch bei keiner Weihnachtsfeier erlebt, besonders die Verletzung der Kollegin und der Diebstahl machen sehr betroffen“, sagte Wolff.

Das Organisationsteam der Feier mit mehreren hundert Teilnehmern hatte sich am Donnerstag in einem Aushang über die Zwischenfälle beschwert. Demnach musste ein Kollege in den „Schwitzkasten“ genommen werden, um einen handfesten Streit zu verhindern. Junge Polizisten hätten sich Kochsalzlösung gespritzt, damit der Schnaps am nächsten Morgen keinen Brummschädel verursacht. Ein Polizist habe gegen eine Feuerhütte auf dem ZPD-Gelände gepinkelt und sei anschließend in den Dreck gestürzt. Zudem wurde ein Außenspiegel am Auto des DJs beschädigt - und eben die Geldkassette an einem Verkaufsstand gestohlen sowie die Mitarbeiterin verletzt.

Einige wenige Täter hätten die gesamte Veranstaltung in Misskredit gebracht, sagte Wolff. Die Polizei habe eine Vorbildfunktion und könne derartige Vorfälle nicht dulden. Die Vorwürfe würden daher genau untersucht, Befragungen von Kollegen seien jedoch wegen der Ferientage derzeit schwierig. Eines sei aber jetzt schon klar, sagte Wolff: „Die Organisatoren werden die nächste Weihnachtsfeier nicht mehr in diesem Rahmen ausrichten.“ Er schloss disziplinarrechtliche oder auch strafrechtliche Konsequenzen nicht aus. (dpa)