Letztes Update am Fr, 15.03.2019 17:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

„Inneren Holzfäller wecken“: Axtwurf wird zum Kneipensport

Wem Tischfußball oder Billard als Beschäftigung in der Kneipe zu langweilig ist, dem dürfte ein neuer Trend in Nordamerika gefallen: Dort bieten Bars immer öfter Axtwerfen an. Der Sport sorgt für den nötigen Nervenkitzel beim Biertrinken.

In einigen US-amerikanischen Kneipen kann man mit Äxten werfen.

© dpaIn einigen US-amerikanischen Kneipen kann man mit Äxten werfen.



New York – Bier oder Wein, eine große Gruppe Freunde und für jeden eine Axt: Was nach einer nicht ungefährlichen Kombination klingt, entwickelt sich in Bars in den USA zunehmend zum Geschäftsmodell. Landesweit öffnen Kneipen, die statt zum Dart oder Bowling zum Axtwurf einladen. Nach einer Sicherheits-Einweisung bekommen Gäste wie beim Bowling eine eigene Bahn sowie Handäxte, die sie auf hölzerne Zielscheiben schleudern müssen. Meist bleibt ein Mitarbeiter durchgehend in der Nähe und gibt Tipps.

Vom Firmenausflug bis zum Date

Der Trend begann dem Magazin Forbes zufolge 2011 im kanadischen Toronto und verbreitete sich von dort rasch in den USA. „Es ist so sicher wie nur möglich. Es ist so sicher wie Darts oder Bowling“, sagte Geoff Kretchmer von Detroit Axe der Website „Eater“ 2018. „Jeder kann eine Axt werfen“, schreibt das Unternehmen Bury the Hatchet, das in den USA bereits etwa ein Dutzend Filialen betreibt. Die meisten Menschen hätten bei ihrem ersten Besuch noch nie eine Axt geworfen und würden gegen Ende ins Schwarze treffen.

Der Freizeitsport eigne sich für Firmenausflüge oder für ein romantisches Date, um „den inneren Holzfäller zu wecken“. Kick Axe Throwing in New York wirbt mit Gruppen-Veranstaltungen für Geburtstage oder Junggesellenabschiede. Die Bogenschießanlage Gotham Archery in New York bietet auch Kurse zum Axt- und Messerwurf an.

Der Umgang mit Waffen ist unter Amerikanern weiter verbreitet als unter Europäern. Besuche auf dem Schießstand sind teils auch für Familien eine normale Freizeitbeschäftigung. Der Axtwurf-Trend geht aber eher auf das Bedürfnis junger Menschen zurück, beim Ausgehen etwas Ungewöhnliches zu erleben: Tischtennis, Brettspiele und Retro-Spielautomaten sind ein alter Hut. Stattdessen gibt es Kneipen mit Whirlpool und Karussell, versteckte „Speakeasies“ mit Geheim-Kennwort und Bars zu beliebten TV-Serien wie „Game of Thrones“ und „Golden Girls“. (dpa)