Letztes Update am Mo, 03.09.2012 13:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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24.000 Blitztote jährlich: Experten erforschen in Wien „den Feind“

Seit Montag tagen Experten aus aller Welt bei der „International Conference on Lightning Protection“ in der TU-Wien. Im Mittelpunkt steht unter anderem der Blitzschutz von Personen und Gebäuden.



Wien - Rund 24.000 Personen sterben jährlich weltweit durch Blitzschlag, 240.000 werden verletzt. Seit Montag tagen Experten aus aller Welt bei der „International Conference on Lightning Protection“ in der TU-Wien, um das gefährliche Wetterphänomen weiter zu erkunden. „Man muss den Feind kennen“, sagte der Geschäftsführer des Austrian Lightning Detection and Information System (ALDIS), Gerhard Diendorfer, bei einer Pressekonferenz in der Technischen Universität.

Im Mittelpunkt der 31. Internationalen Konferenz steht unter anderem der Blitzschutz von Personen und Gebäuden bzw. kritischer Infrastruktureinrichtungen wie Eisenbahnen, Energieversorgungsnetzen bis hin zu den Raketenstartrampen am Kennedy Space Center. „Der richtige Blitz am richtigen Ort ist immer für eine Katastrophe gut“, meinte Diendorfer.

Welches Risiko von Blitzschlägen ausgeht, haben in Österreich Diendorfer zufolge etwa die durch Blitzschlag lahmgelegte Franz-Josefs-Bahn oder die zerstörte Radaranlage „Goldhaube“ des österreichischen Bundesheeres in den vergangenen Monaten gezeigt. Der Schutz für moderne Betriebsgebäude oder technische Anlagen ist entsprechend hochkomplex.

Um einen optimalen Schutz gegen Blitzschäden zu dimensionieren, muss zunächst erfasst werden, mit welchen Ladungen oder Stromstärken bei einem direkten oder nahen Blitzschlag zu rechnen ist. „Die seit Jahren von Mitarbeitern des ALDIS durchgeführten direkten Blitzstrommessungen am Sender Gaisberg bei Salzburg leisten einen wesentlichen Beitrag dazu“, so der Präsident des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik, Franz Hofbauer.

So neu die Erkenntnisse auch sein mögen, die Ratschläge, wie man sich vor einem Blitzschlag schützen kann, bleiben die alten: Laut den Experten soll man nicht ins Freie gehen bzw. sich in eine Räumlichkeit zurückziehen. „Metallkäfige“ wie Autos sind auch ein sicherer Unterschlupf. (APA)




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