Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.09.2015


Natur

1,9 Millionen Euro für den Schutzwald im Brixental

Ein Impulspaket des Landes Tirol ermöglicht die Pflege von 6500 Hektar Schutzwald. Aber auch die Waldbesitzer beteiligen sich.

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© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Hopfgarten, Itter, Westendorf, Brixen – Ein Sommer wie im Bilderbuch – doch nicht immer ist die warme Zeit im Bezirk so arm an Unwettern wie heuer. Eine besonders wichtige Schutzfunktion nimmt in Tirol der Wald ein. Deshalb hat das Land Tirol in einem Impulspaket auch 1,9 Millionen Euro für die Pflege des Schutzwaldes in Hopfgarten, Itter, Westendorf und Brixen bis zum Jahr 2029 freigegeben.

„Ein Schutzwald hat wirtschaftlich keine Bedeutung, umso wichtiger ist es, dass hier das Land und der Bund den Waldbesitzern unter die Arme greifen“, sagt LHStv. Josef Geisler bei einem Lokalaugenschein in Hopfgarten. Hinter der Diewald-Feld-Siedlung musste der Schutzwald nach einem Windwurf wieder neu aufgeforstet werden. „Vor allem die Pflege des Jungwaldes ist sehr aufwändig. Mindestens zweimal im Jahr muss das Unkraut ausgearbeitet werden, sonst haben die jungen Pflanzen keine Möglichkeit zu wachsen“, schildert Josef Fuchs, Landesforstdirektor.

Die Projektfläche in den vier Gemeinden beträgt 6500 Hektar Waldfläche, nicht weniger als ein Viertel davon hat eine direkte Schutzwirkung auf Siedlungen und Verkehrswege. Betroffen sind Flächen sowohl von Gemeinden als auch privaten Grundbesitzern. Die Gesamtkosten bis 2029 werden mit 1,9 Millionen Euro beziffert, davon seien bereits 1,14 Millionen genehmigt. Aufgeteilt werden die Kosten mit 627.000 Euro auf den Bund, 513.000 Euro auf das Land und noch weitere 760.000 Euro kommen von den Waldbesitzern selbst.

„Immer wenn etwas passiert, gibt es Kritik, wenn dann aber in die Natur investiert wird, gibt es Kritik, dass die Bauern gefördert werden“, sagt Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer kritisch. Er streicht die Bedeutung solcher Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung heraus. Die Sicherheit würde durch die Maßnahmen wesentlich erhöht.

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Rund 20.000 Personen wohnen in dem Bereich des neuen Schutzwaldprojektes, mit insgesamt an die zwei Millionen Nächtigungen im Tourismus. Aufgeforstet werden die Bereiche mit an die Höhenlage angepassten Bäumen, wie Fuchs betont. In Hopfgarten sind die Laubbäume mit Tannen gemischt. Um auch der Wirtschaftlichkeit Raum zu lassen, werden dazu noch Fichten gesetzt. „Diese Maßnahmen sind aber langfristig zu sehen, einen nennenswerten Ertrag wirft ein solcher Wald keinen ab“, schildert Fuchs.