Letztes Update am Mi, 02.09.2015 14:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Forschung

Trächtige Seepferdchen-Männchen gleichen schwangeren Frauen

Forscher haben herausgefunden, dass die Schwangerschaft bei Menschen und Seepferdchen sehr ähnliche Mechanismen aufweist. Allerdings sind die Geschlechterrollen vertauscht.

Seepferdchen gehören zu der einzigen Tiergruppe, bei der die Männchen die Babys austragen.

© APA/Haus des MeeresSeepferdchen gehören zu der einzigen Tiergruppe, bei der die Männchen die Babys austragen.



Sydney - Männliche Seepferdchen versorgen Embryos ganz ähnlich wie schwangere Frauen ihre Babys in der Gebärmutter. Das haben Forscher aus Australien und der Schweiz herausgefunden. Seepferdchen gehören zu der einzigen Tiergruppe, bei der die Männchen die Babys austragen.

Die Weibchen spritzen den Männchen die Eier beim Geschlechtsakt in eine Bauchtasche. Diese Bruthöhle funktioniere ähnlich wie eine Gebärmutter, berichten die Forscher im Fachjournal „Molecular Biology and Evolution“.

Bisher war unklar, welchen Beitrag die Männchen zur Entwicklung der Seepferdchen-Babys leisten. „Seepferdchen-Babys bekommen viele Nährstoffe durch das Eigelb, das die Mutter liefert, aber in der Bruthöhle des Vaters bekommen sie weitere Nährstoffe und Immunschutz“, erklärte Camilla Whittington von der Universität Sydney. Unter anderem bekämen die Embryos energiereiche Lipide und Kalzium für den Aufbau ihres Skeletts.

Die Forscher hatten Dickbauchpferdchen (Hippocampus abdominalis) untersucht, deren Männchen den Nachwuchs nach 24 Tagen zur Welt bringen. Demnach geben die Tiere nicht nur Nährstoffe in die Bruthöhle ab, auch bei der Aktivität bestimmter Erbgutabschnitte gibt es Parallelen zu der bei Schwangeren. (APA/dpa)


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