Letztes Update am Di, 10.05.2016 17:14

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Unblutige Treibjagd: Rehe sollen von Autobahn vertrieben werden

Die Tiere sind seit Wochen immer wieder an der Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern und gefährden die Sicherheit.

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© TT/Thomas Böhm(Symbolbild)



Schwerin – Die Ostsee-Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern soll an diesem Mittwoch auf 15 Kilometern Länge gesperrt werden, um mehrere Rehe zu vertreiben. Seit Monaten zupfen die Tiere immer wieder das zarte Grün vom Randstreifen der A20 und gefährden so den Verkehr.

Mit einer unblutigen Treibjagd – also ohne Waffeneinsatz – sollen sie nun verscheucht werden. Ursprünglich sollten die Rehe getötet werden. Doch dagegen gab es Widerstand aus dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern.

Bei einer Untersuchung mit einer Wärmebildkamera wurden nach Angaben des Ministeriums in der Nacht zu Dienstag vier Rehe auf einem drei Kilometer langen Abschnitt entdeckt. „Sobald der Standort der Rehe erneut ausgemacht wurde, werden die Zäune im betreffenden Autobahnabschnitt links und rechts auf einer Länge von etwa 40 Metern geöffnet und Fluchtmöglichkeiten in Richtung der Fahrbahn abgesperrt“, erklärte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) das geplante Vorgehen. Die Tiere sollen dann aufs offene Feld entweichen.

Die Autobahn wird an diesem Mittwoch von 9 Uhr an für bis zu acht Stunden zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz in der Nähe von Rostock komplett gesperrt. Fast 40 Jäger und Mitarbeiter der Straßenmeisterei sind im Einsatz, wie es vom Landesverkehrsministerium hieß.

Eine 100-prozentige Sicherheit, dass die Tiere nicht zurückkehren, gibt es nicht. Schon in der Vergangenheit hatte es Versuche gegeben, die Rehe aus dem Bereich innerhalb des Wildschutzzauns zu vertreiben. Sie waren nach früheren Angaben jedoch am Zaun entlang bis zur nächsten Anschlussstelle gelaufen und dort wieder auf den Randstreifen gelangt. (dpa)