Letztes Update am Mi, 28.06.2017 08:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ostösterreich

Schweinepest in Tschechien: Auch für Österreich Konsequenzen

Die Freilandhaltung von Schweinen in bestimmten Gebieten Österreichs ist nach dem Auftreten der Seuche im Nachbarland ist vorerst einigen Restriktionen unterworfen.

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© APA/dpa-Zentralbild/Patrick PleuSymbolfoto.



Wien – Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Tschechien haben die heimischen Behörden Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung nach Österreich zu verhindern. Die Freilandhaltung von Schweinen wird eingeschränkt, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Für Menschen bestehe keine Gefahr.

Am Dienstag hatte das Ministerium von den tschechischen Veterinärbehörden Informationen über ASP bei zwei Wildschweinen in Zlin – rund 80 Kilometer von Österreich entfernt – erhalten. „Aufgrund des aktuellen Falles ist davon auszugehen, dass ASP in der tschechischen Wildschweinpopulation verbreitet ist“, so das Ressort. Es handle sich um eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Tierseuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine.

Eine Expertenrunde aus Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium, der Bundesländer, Landwirtschaft- und Wirtschaftskammer sowie der Jägerschaft hat Sofortmaßnahmen gegen eine Verbreitung nach Österreich beschlossen. Darin enthalten sind die Veröffentlichung einer Verordnung, die erweiterte Sicherheitsvorkehrungen in gefährdeten Gebieten vorsieht. Ergänzend zu den Maßnahmen, die die Nachbarländer setzen, soll in bestimmten Gebieten Österreichs die Freilandhaltung von Schweinen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Ein Monitoringsystem soll eventuell auftretende Fälle frühzeitig erkennen helfen.

Strikte Vorgaben für Hausschwein-Besitzer

Um die Übertragung auf Hausschweinebestände zu unterbinden, müsse jeder Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen verhindert werden. Schweine sollen keine Speiseabfälle erhalten, betriebsfremde Personen nicht in den Stall dürfen, alle anderen sollen saubere Schutzkleidung tragen. Mäuse und Ratten seien konsequent zu bekämpfen, Tiertransportfahrzeuge nach jedem Transport zu reinigen und zu desinfizieren, Futtermittel- bzw. Einstreudepots vor Wildschweinen zu schützen, lauten die Empfehlungen der Experten. Grünfutter (Sauengras) soll vorerst nicht mehr in die Anlagen gebracht und beim geringsten Verdacht auf eine Ansteckung der Amtstierarzt verständigt werden.

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Kommt es zu einem Auftreten von ASP im Wildtierbestand, treten umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten in Kraft. Auch würden dann, je nach Vorkommen im Wild- oder Hausschweinebestand, Restriktionszonen gelten. Diese Vorkehrungen sind von der EU-Kommission festgelegt und betreffen den Handel mit lebenden Schweinen, aber auch Fleisch und verarbeitete Produkte. (APA)