Letztes Update am Di, 31.10.2017 12:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klagenfurt

Toter Bär in Kärnten obduziert: Verletzungen passen zu Unfall

Rippenbrüche und ein Risse des Zwerchfells: Die Verletzungen, an denen ein Bär am Montag in Kärnten verendet ist, passen laut Gerichtsmedizin zum Zusammenstoß mit einem Kleinlaster. Nun soll das Tier ausgestopft und öffentlich ausgestellt werden.

© APA/Thomas Huber Das 200 Kilogramm schwere Tier misst 1,70 Meter von der Nasenspitze bis zum Steiß.



Klagenfurt - Der nach einem Verkehrsunfall in Kärnten verendete Braunbär ist an den Folgen eines schweren Traumas gestorben. Das hat eine Obduktion des Tiers am Dienstag in Klagenfurt ergeben, sagte Gunther Vogl, Direktor der veterinärmedizinischen Untersuchungsanstalt, auf APA-Anfrage. Der Bär soll demnächst präpariert und öffentlich ausgestellt werden.

Es wurden Serien-Rippenbrüche und ein Riss des Zwerchfells festgestellt. Die Verletzungen passen laut Vogl zu dem Zusammenstoß mit dem Kleintransporter. Jagd- oder Schussverletzungen seien jedenfalls nicht gefunden worden. Der Bär wurde auch gewogen und vermessen. Das 200 Kilogramm schwere Tier misst 1,70 Meter von der Nasenspitze bis zum Steiß. Ernährt hatte er sich in den letzten 24 Stunden seines Lebens von Beeren, Kräutern und Mäusen. "Das ist typisch. Bären sind zu 90 Prozent Pflanzenfresser", sagte Vogl.

Stutzig geworden sind die Experten, als sie nur einen Leberegel und keine sonstigen Parasiten in dem Bärenkörper fanden. Vogl: "Das war nicht zu erwarten. Die bärentypischen Parasiten hatte er nicht." Dies sei ein Indiz dafür, dass der Bär weitgehend als Einzelgänger lebte. Sonst hätte er sich von Artgenossen weitere Parasiten eingefangen. Noch auszuwerten sind die gezogenen Proben auf eine mögliche Schwermetallbelastung.

Eine Gewebeprobe des Bären wird demnächst in einem Labor des Naturhistorischen Museums in Wien untersucht. "Wir machen ein DNA-Fingerprinting, um seine Identität festzustellen", sagte Biologin Luise Gruppenhauser.

DNA wird mit in Kärnten erfassten Bären abgeglichen

Anschließend wird die DNA mit einer Datenbank von bereits genommenen Proben abgeglichen. "Das genetische Monitoring läuft über mich", erklärte Bärenanwalt Georg Rauer. "Die Daten werden bei uns mit Bären, die in Kärnten und den Nachbarländern bereits erfasst wurden, abgeglichen." Heuer wurde bisher nur die DNA eines einzigen Bären in Kärnten erfasst - jene des Tieres, das am Sattnitzgebirge und im Rosental südlich von Klagenfurt unterwegs war und auch Bienenstöcke plünderte. Ob das der nun umgekommene Bär sein könnte? "Alles ist möglich, das ist keine große Distanz für einen Bären", sagte Rauer. 2016 wurden sechs verschiedene Bären in Kärnten durch DNA nachgewiesen.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen und Probenziehungen wird der Bärenkörper präpariert, wie die Jägerschaft beschlossen hat. "Der Bär wird dann ausgestellt, entweder in der Gemeinde oder bei uns im Schloss Mageregg und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht", sagte Landesjägermeister Ferdinand Gorton. (APA)