Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.10.2018


Natur

Obst für alle in Zeiten

des Klimawandels

Naturpark-Initiative KLAR lud zu Tagung rund um alte Obstsorten aus dem Oberland. Die Veranstaltung in Fließ stieß auf reges Interesse.

Ausstellung im Saal der NMS Fließ: Obstbauern der Region stellten 60 Apfelsorten vor.

© ZangerlAusstellung im Saal der NMS Fließ: Obstbauern der Region stellten 60 Apfelsorten vor.



Fließ – Wie sieht die Zukunft des regionalen Obstbaus in Zeiten des Klimawandels aus? Sind die alten Apfelsorten aus dem Obergricht und der Kaunergratregion „klimafit“? Fragen wie diese wurden kürzlich bei der zweitägigen Obstausstellung im Saal der Naturparkschule NMS Fließ im Beisein von Obstbauxperten bzw. Pomologen diskutiert. Obstbauern aus den Bezirken Imst und Landeck hatten diverse Obstsorten aufgelegt.

Das Landecker Regionalmanagement regioL unterstützte das aus Leader-Mitteln geförderte Projekt des Naturparkvereins und der Klima­wandelanpassungsregion KLAR. Partner vor Ort war der Fließe­r Obstbauverein mit Obmann Oskar Schmid.

Für regioL-Geschäftsführer Gerald Jochum stand das Projekt unter dem Motto Obst für alle: „Hintergrund der Veranstaltung sind die globalen Klimaveränderungen“, erklärte er. Bürgermeister Hans Peter Bock hob hervor: „Wenn Experten sagen, dass bis Ende des Jahrhunderts die Durchschnittstemperatur um vier Grad steigen wird, dann sollten wir wissen, was wir in unserer Gegend zu tun haben.“

Obmann Ossi Schmid von Obstbauverein informierte die Besucher.
Obmann Ossi Schmid von Obstbauverein informierte die Besucher.
- Zangerl

In Hinblick auf den regionalen Obstbau müsse die Vielfalt der alten Sorten gestärkt und regional angepasst werden, war aus den Reihen der Experten zu hören.

Während es in Tirol rund 600 Apfelsorten gibt, stellten die Obstbauern der neun Natur­parkgemeinden und der KLAR-Region (Fließ, Kauns, Kaunerberg, Faggen, Prutz und Kaunertal) mit 120 Einreichungen bei der Tagung einen repräsentativen Querschnitt des Angebots vor. Da wurden die Pomologen mitunter vor Probleme bei der Sortenbestimmung gestellt. Von 60 Apfelsorten konnten sie immerhin 50 bestimmen. Der Rest soll in Fachgremien abgeklärt werden.

Obstbau-Obmann Schmid, der bereits 2006 eine derartige Ausstellung organisiert hatte, freute sich über das 80-Jahr-Jubiläum des Vereins, der 70 Mitglieder zählt. „Die aktuell­e Ausstellung ist ein Zeichen der Regionalität, Identität und Naturverbundenheit“, kommentierte Schmid.

Mit Worten allein ist es für die Veranstalter nicht getan. Zum Zeichen, dass großes Interesse am Erhalt der alten Apfelsorten besteht, sollen 2019 rund 600 Bäume in den KLAR-Gemeinden gesetzt werden. Abschließend wurde ein Hochstamm-Apfelbaum im Pfarrgarten gepflanzt. (za)