Letztes Update am So, 25.11.2018 21:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stärke 6,4

Mehr als 200 Verletzte bei Erdbeben im Westen des Iran

Das Beben ereignete sich 17 Kilometer südwestlich von Sarpol-e Zahab in einer Tiefe von sieben Kilometern. Es folgten demnach mindestens sieben Nachbeben.

© ReutersIm November vergangenen Jahres starben bei einem Beben der Stärke 7,3 in derselben Region etwa 620 Menschen, mehr als 12.000 weitere wurden verletzt. (Archivfoto)



Sarpol-e Zahab –Nach dem schweren Erdbeben im Westen des Iran war am Sonntag die Zahl der Verletzten im Steigen begriffen. In den benachbarten Städten Sarpol-e Sahab und Gilan-e Gharb gebe es mindestens 210 Verletzte, sagte der Gouverneur der Provinz Kermanshah, Hushang Baswand, dem Staatsfernsehen. Zuvor war von 115 Verletzten die Rede gewesen. Berichte über Todesopfer gab es vorerst aber nicht.

Das Geophysikalische Institut des Iran erklärte, nach dem Beben der Stärke 6,4 habe es mehrere Nachbeben gegeben. Das Beben ereignete sich 17 Kilometer südwestlich von Sarpol-e Zahab in einer Tiefe von sieben Kilometern, führte das Geophysikalische Institut aus. Es folgten demnach mindestens sieben Nachbeben, von denen das heftigste eine Stärke von 5,2 hatte. Berichten zufolge waren die Erschütterungen auch im benachbarten Irak zu spüren.

18 Notfallteams nach Kermanshah geschickt

„Wir haben bisher keine Berichte über Todesopfer“, sagte Gouverneur Baswand im Staatsfernsehen. Die Lage sei „derzeit unter Kontrolle“. Der Ausfall der Strom- und Wasserversorgung in den beiden betroffenen Städten habe nur wenige Minuten gedauert. Zu anderen Schäden an Infrastruktur und Gebäuden machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Der Leiter der iranischen Rettungskräfte, Pirhossein Kolivand sagte dem Fernsehen, die meisten Betroffenen hätten sich ihre Verletzungen zugezogen, als sie wegen des Bebens in Panik aus den Häusern geflohen seien. Aus den Nachbarprovinzen seien 18 Notfallteams nach Kermanshah geschickt worden, um die Lage zu begutachten. Die Zahl der Verletzten könne daher noch steigen.

Schweres Beben vor einem Jahr forderte Hunderte Menschenleben

Die betroffene Region, die an den Irak grenzt, war in den vergangenen Jahren wiederholt von Erdbeben erschüttert worden. Im August waren bei einem Beben der Stärke 6,0 in der Provinz Kermanshah zwei Menschen ums Leben gekommen und mehr als 250 weitere verletzt worden.

Im November vergangenen Jahres starben bei einem Beben der Stärke 7,3 etwa 620 Menschen, mehr als 12.000 weitere wurden verletzt. Rund 30.000 Gebäude wurden damals beschädigt. Das Beben vom Sonntag habe nun die gerade erst wieder aufgebauten Gebiete getroffen, sagte Morteza Salimi vom iranischen Roten Halbmond der Nachrichtenagentur Isna.

Erdbeben ereignen sich im Iran häufig. Das tödlichste Erdbeben in der Geschichte der Islamischen Republik hatte sich 1990 ereignet. Damals waren bei einem Beben der Stärke 7,4 im Norden des Landes 40.000 Menschen getötet und 300.000 weitere verletzt worden. Dutzende Städte und fast 2000 Dörfer wurden zerstört, 500.000 Menschen verloren ihr Zuhause. 2003 zerstörte ein Beben in der südöstlichen Provinz Kerman die historische Stadt Bam und tötete 31.000 Menschen. (APA/AFP)