Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.02.2019


Bezirk Kitzbühel

Gemeinden warnen vor hoher Schneelast am Dach in Kitzbühel

In St. Johann wird dazu geraten, die Gebäude überprüfen und notfalls die Dächer abschöpfen zu lassen. Ein Hallendach ist bereits eingestürzt.

Zahlreiche Dächer in St. Johann wurden bereits zum Teil abgeschöpft – trotzdem sind die Schneehöhen immer noch beträchtlich.

© Michael MaderZahlreiche Dächer in St. Johann wurden bereits zum Teil abgeschöpft – trotzdem sind die Schneehöhen immer noch beträchtlich.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Zum Glück waren die Schneefälle am Wochenende nicht sehr ergiebig: In einigen Orten des Bezirkes Kitzbühel haben die Dach­lasten nämlich bereits ein Ausmaß angenommen, dass es zumindest eine offizielle Warnung gibt.

So schreibt etwa die Marktgemeinde St. Johann auf ihrer Homepage von zum Teil kritischen Werten der Schneelast auf Gebäuden: „Dadurch kann es zu Schäden am Dach oder im schlimmsten Fall zum Einsturz des Gebäudes kommen. Wir empfehlen Ihnen daher, die Schneelast auf Ihrem Dach von einem geeigneten Unternehmen sachverständig prüfen zu lassen und aufgrund des Ergebnisses der Prüfung die erforderlichen Maßnahmen vorzunehmen.“ Wie ernst das zu nehmen ist, davon zeugt der Einsturz eines Hallendachs in der Vorwoche.

Die öffentlichen Gebäude in St. Johann sind laut Bürgermeister Stefan Seiwald sicher: „Die Dächer sind zum Teil abgeschöpft worden, etwa bei der Turnhalle des Gymnasiums oder bei den Neue­n Mittelschulen. Wir hatten ja schon mehr als 400 Kilogramm pro Quadratmeter.“ Bei neuen Häusern kein Problem, Seiwald verweist aber auf die unterschiedlichen Bauvorschriften vor 1985, bis 2006 und ab 2006 sowie damit auch auf unterschiedliche Dachlasten. Er rät jedenfalls aufmerksam zu sein: „Normalerweise kommt im Februar ja noch einmal Schnee.“

In Fieberbrunn wurde Mitte Jänner gemessen und gewogen: So reichte die Bandbreite von „Walchau“ mit 420 Kilogramm bis „Pfaffenschwendt“ mit 515 Kilogramm pro Quadratmeter. Im Vergleich dazu hatte es aber im Vorjahr sogar noch mehr: Da wurden in „Walchau“ 537 Kilogramm ermittelt. Neben dem eventuellen Abschöpfen des Daches sei es auf alle Fälle wichtig und sinnvoll, alle Überhänge abzutragen, die über die Dächer hinausreichen.

Auf Zahlenspiele will sich Hochfilzens Bürgermeister Konrad Walk nicht einlassen: „Die Dachlast hängt ja unter anderem auch von der Windverfrachtung und der Gibelrichtung ab. Es gibt klare Bauvorschriften, wer die eingehalten hat, bei dem gibt es großteils keine Probleme. Viele haben die Dachlasten auch bereits reduziert.“

In den Straßen der Marktgemeinde türmen sich noch die Schneeberge, gefährdet sind aber nur die Dächer.
In den Straßen der Marktgemeinde türmen sich noch die Schneeberge, gefährdet sind aber nur die Dächer.
- Michael Mader