Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.03.2019


Osttirol

Infoabend soll Osttirolern die Angst vor dem Wolf nehmen

Am 11. März kommt der Wolfsbeauftragte des Landes, Martin Janovsky, nach St. Jakob. Anlass ist der italienische Wolf, der ein Rotwild riss.

Wölfe sind grundsätzlich scheu. Dennoch sorgt das Auftauchen eines solchen Tieres im Defereggen für Besorgnis.

© APA / AFPWölfe sind grundsätzlich scheu. Dennoch sorgt das Auftauchen eines solchen Tieres im Defereggen für Besorgnis.



Von Catharina Oblasser

St. Jakob – „Der Wolf ist da – nur keine Panik!“ lautet das Motto einer Informationsveranstaltung am Montag, 11. März, ab 17 Uhr im Gemeindeamt St. Jakob. Anlass ist das Auftauchen eines Wolfs in der Deferegger Gemeinde. Ende Jänner sind dort die Überreste eines gerissenen Hirsches gefunden worden. Eine DNA-Analyse der Veterinärmedizinischen Universität Wien schuf Klarheit darüber, dass das Wild tatsächlich von einem Wolf getötet worden war. „Dieser Wolf ist der italienischen Population zuzuordnen“, erklärte damals Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Gesichtet wurde der Wolf übrigens von niemandem.

Janovsky wird am 11. Jänner in St. Jakob sein und einen Vortrag zum Thema Wolf halten. Die Veranstaltung findet in Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft Lienz und auf Einladung der Bürgermeister Ingo Hafele (St. Jakob) und Vitus Monitzer (St. Veit) statt.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung Aufklärung leisten“, sagt Bürgermeister Hafele. „Es ist zwar relativ ruhig in der Gemeinde, was den Vorfall mit dem Wolfsriss betrifft. Aber gar nichts unternehmen, das wollten wir auch nicht.“ Die Information durch den Wolfsexperten solle klarstellen, dass keine Fälle bekannt sind, wo Wölfe Menschen angreifen, nennt Hafele eines der Ziele der Veranstaltung. Der Infoabend wird moderiert, die Besucher haben die Möglichkeit, Fragen an Martin Janovsky zu stellen.

Der Osttiroler Bauerbund nahm das Auftauchen des Wolfs im Defereggen zum Anlass, vor Gefahren für die Viehwirtschaft zu warnen. „Der Wolf wird kommen, ob wir wollen oder nicht“, so Bauernbundobmann Martin Mayerl. „Es war nur eine Frage der Zeit, wann auch Osttirol davon betroffen ist.“