Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.05.2019


Osttirol

Tiroler Aktion „Natur im Garten“: Artenvielfalt am Straßenrand

Schotter statt Humus lautet ein Rezept für eine nachhaltige Begrünung.

Vertreter von Osttiroler und Südtiroler Gemeinden sowie Verantwortliche der Bezirkshauptmannschaft Lienz trafen mit Fachleuten zusammen und führten in Assling die Anlage von dauerhaftem, artenreichem und pflegeleichtem Straßenbegleitgrün durch.

© Brigitte Vogl-LukasserVertreter von Osttiroler und Südtiroler Gemeinden sowie Verantwortliche der Bezirkshauptmannschaft Lienz trafen mit Fachleuten zusammen und führten in Assling die Anlage von dauerhaftem, artenreichem und pflegeleichtem Straßenbegleitgrün durch.



Assling – Bei korrekter Anlage und Pflege kann das Begleitgrün entlang der Straße einen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt leisten. Um das zu verdeutlichen, fand ein Workshop für Vertreter von Ost- und Südtiroler Gemeinden statt.

Die Gemeinde Assling, das Tiroler Bildungsforum und die Mitwirkenden des Interreg-Projektes BioColAlp (ITAT 4044) hatten Markus Kumpfmüller, einen Landschaftsplaner aus Steyr, und Matthias Karadar von der Tiroler Aktion „Natur im Garten“ eingeladen. Nach einer Abendveranstaltung zum Thema setzten die Fachleute ihren neuen Ansatz in die Tat um.

Anstatt viel Humus und Dünger aufzubringen, wurden die bereitgestellten Flächen vom Erdreich befreit. Damit entfernte man auch die Wurzeln und Samen der bisherigen Vegetation. Als neues Substrat dient hier künftig Schotter, der mit nur einem Zentimeter Sägespänen oder unkrautfreiem Grünschnittkompost bedeckt wurde. „In diese mageren Flächen wurden Topfpflanzen und Samen von heimischen Wildpflanzen eingebracht, die für solche Standorte typisch sowie regional verfügbar sind“, berichtet Brigitte Vogl-Lukasser, Wissenschafterin an der Universität für Bodenkultur in Wien. Das Saatgut stamme nicht aus dem Handel, sondern von Spezialisten des Netzwerkes Rewisa, die in Wildsammlung Saatgut ausgesuchter Arten in Wiesen und Böschungen händisch einsammeln.

„Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass sich die Bestände an heimischen Wildarten dauerhaft etablieren und nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden müssen“, erklärt Vogl-Lukasser. Zur Pflege der angelegten Flächen sind heuer noch zwei Workshops geplant. (TT, bcp)