Letztes Update am Sa, 25.05.2019 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Alpinismus

Massenandrang am Everest: Zehn Tote binnen weniger Tage

Für viele ist es sprichwörtlich eines der höchsten Ziele – einmal im Leben auf dem Gipfel des Mount Everest zu stehen. Doch in diesem Jahr hat das Abenteuer für einige von ihnen einen tödlichen Ausgang.

Wegen des Massenandrangs kommt es am Dach der Welt zu Wartezeiten in gefährlicher Höhe.

© AFP Wegen des Massenandrangs kommt es am Dach der Welt zu Wartezeiten in gefährlicher Höhe.



Kathmandu – Am höchsten Berg der Welt hat sich die Serie der Todesfälle unter Bergsteigern fortgesetzt. Nepals Behörden bestätigten am Samstag den Tod eines Briten, der zuvor den 8848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest erklommen hatte, wie die Zeitung The Himalayan Times berichtete. Damit kamen allein am Mount Everest allein in den vergangenen Tagen zehn Menschen ums Leben.

Weitere zehn Bergsteiger starben am Lhotse, dem Annapurna und anderen 8000er-Bergen im Himalaya, zitierte die Zeitung Regierungsbeamte. In der Klettersaison 2018 waren fünf Menschen am Mount Everest ums Leben gekommen.

Zu den anderen neun Todesopfern am höchsten Berg der Welt gehörten den Behörden zufolge ein nepalesischer Bergführer, vier Inder, ein US-Amerikaner, zwei Iren und ein Steirer (65) aus Graz-Umgebung. Einige von ihnen hatten zuvor den Gipfel erreicht. Auch der 44-jährige Brite hatte am Samstag um 8.30 Uhr (Ortszeit) zusammen mit seinem Sherpa auf der Spitze gestanden, wie Murari Sharma von der Trekking-Agentur Everest Pariwar Treks der Zeitung sagte. Beim Abstieg habe er sich dann krank gefühlt und auf einer Höhe von 8.600 Metern zum letzten Mal geatmet.

Lange Wartezeiten auf gefährlicher Höhe

Beobachter sagten, manche der Todesfälle könnten damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchten, den Mount Everest zu erklimmen. Dadurch kam es demnach zu langen Wartezeiten auf gesundheitlich gefährlicher Höhe. Wegen günstigen Wetters hatte es sich vor allem am Mittwoch am Everest-Gipfel gestaut: Auf Fotos war eine lange Menschenschlange zu sehen, die darauf wartete, die letzten Meter aufsteigen zu können. „Es gab nur kurze Wetter-Fenster und alle wollten zur selben Zeit hoch“, beschrieb ein Manager der Trekking-Agentur Peak Promotion der Zeitung die Situation in fast 9000 Metern Höhe.

Für die Genehmigung zum Aufstieg zahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9000 Euro. Der Himalaya-Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Nepal. Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen kann die Spitze des Mount Everest nur wenige Wochen im Frühjahr bestiegen werden. Die besten Gelegenheiten für den Gipfelsturm gibt es normalerweise zwischen Mitte und Ende Mai, meist beschränken sich diese „Wetter-Fenster“ auf zwei bis drei pro Saison.

Die Saison am Mount Everest läuft gewöhnlich Anfang April langsam an. Dann reisen erste Expeditionen an und wandern vom nächstgelegenen Flughafen etwa eine Woche lang, um das Basislager zu erreichen. Dort gewöhnen sie sich dann an die Höhenluft und steigen anschließend zu höher gelegenen Lagern am Berg auf. Von etwa Anfang Mai an versuchen die Bergsteiger dann, eines der „Wetter-Fenster“ abzupassen. Erst Ende April war ein steirischer Berufssoldat nach einer missglückten Begeisterung des Mount Everest ums Leben gekommen. (dpa)


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