Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 31.05.2019


Bezirk Landeck

Kauner Petersbachmure hält Einsatzkräfte weiter in Atem

Die Mure kommt schubweise, ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Ein Gasthof und die Recyclinganlage sind gefährdet, der Feuerwehr-Einsatz wird noch mehrere Tage dauern.

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© FF-Kauns



Von Helmut Wenzel

Kauns – Bisher galt er als unauffällig – der Petersbach, der am Glockturmkamm (Ötztaler Alpen) entspringt und bei Kauns in den Faggenbach einmündet. Doch am Sonntagabend heulten die Sirenen auf – der Petersbach reißt seither Schlamm und Geröll ins Tal. „Das Material kommt schubweise. Bis jetzt dürften es 15.000 Kubikmeter sein“, schilderte BM Mathias Schranz gestern Donnerstag.

Wie viele Murenschübe vom Petersbach noch zu erwarten sind, könne nicht gesagt werden. Am Mittwoch habe sich wieder viel Geschiebe in rund 1800 Metern Seehöhe gelöst. Ausläufer drangen knapp bis zur Kaunertaler Landesstraße L18 vor und streiften den Recyclinghof.

Der Faggenbach wurde bereits am Sonntag und Montag gestaut und trat teilweise über die Ufer. Es kam auch zu Verklausungen durch Baumstämme und größere Steine. Bagger und Räumgeräte der Gemeinde rückten aus, um den Abfluss des Wassers freizulegen. Sandsäcke wurden aufgestapelt, um gefährdete Gebäude, einen Gasthof, Recyclinghof und die Ufer des Faggenbachs zu sichern.

Der Kauner Feuerwehr mit Kommandant Simon Schranz bescherte das Szenario einen Dauereinsatz rund um die Uhr. Die Männer beobachten den Einsatzort im Schichtdienst, die Prutzer Feuerwehr stellte eine Beleuchtungsanlage für die Nacht zur Verfügung.

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Experten der Wildbach-und Lawinenverbauung, Geologen des Landes sowie Bezirksfeuerwehrinspektor Thomas Greuter haben, so BM Schranz, das Gefahrenpotenzial vor Ort erkundet. „Wie es aussieht, müssen wir mit weiteren Muren rechnen. Der Petersbach bleibt vermutlich zwei Wochen unter Beobachtung“, resümiert der Bürgermeister. „Die Feuerwehren der Region haben Großartiges geleistet, wir können nicht genug danken.“ Mit den Nachbargemeinden Prutz und Faggen stehe man laufend in Kontakt, um sie über die Lage zu informieren. Auch den Behördenvertretern der BH Landeck habe man zu danken. „Sie haben es möglich gemacht, dass wir das Geschiebe auf kurzem Weg in unmittelbarer Nähe deponieren können“, sagte Schranz.