Letztes Update am Sa, 22.06.2019 07:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Reutte

Von Wildkamera fotografiert: Bär streift durch Außerfern

Eine Wildkamera hat im Klausenwald in Reutte einen Bären fotografiert. Laut Experten könnte es sich dabei um jenes Exemplar handeln, das auch im Pitztal abgelichtet wurde.



Von Nikolaus Paumgartten

Reutte — Im Außerfern geht der Bär um — und zwar im so genannten Klausenwald im Gemeindegebiet von Reutte. Dort hat in der Nacht auf Montag eine Wildkamera das Tier fotografiert. „Der Größe nach handelt es sich dabei um ein männliches Jungtier", meint Johannes Fritz, Amtstierarzt des Bezirks Reutte. Viel mehr wisse man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. „Es ist aber möglich, dass es einen Zusammenhang mit einem gerissenen Rotwild im benachbarten Jagdrevier gibt", sagt Fritz. Dort ist am Tag, bevor die Wildkamera das Tier „eingefangen" hat, der Rotwildkadaver entdeckt worden. Allerdings werde man erst in zwei bis drei Wochen mit Sicherheit sagen können, ob sich ein Bär an dem Tier gütlich getan hat. Bis dahin sollen nämlich jene DNA-Proben, die vom Kadaver genommen wurden, ausgewertet sein.

Ebenfalls genetisch analysiert werden Haare, die an der Stelle eingesammelt wurden, an der der Bär fotografiert wurde. „Dann können wir mit Sicherheit sagen, ob der Bär das Rotwild gerissen hat", sagt Fritz.

Außerdem geklärt wäre dann auch, ob es sich bei dem Außerferner Bären um dasselbe Tier handelt, das vor zwei Wochen im Pitztal in die Fotofalle getappt ist. In St. Leonhard war die Kamera aufgestellt worden, nachdem auf einer Weide drei Schafe gerissen worden waren. Auch dort waren DNA-Proben genommen worden, auch hier wartet man noch auf die Ergebnisse.
„Es ist wahrscheinlich, dass der Pitztaler auch der Reuttener Bär ist. Diese Tiere sind aktive Wanderer. Tagesmärsche von 30 bis 40 Kilometern sind für männliche Jungbären nicht ungewöhnlich", erklärt der Amtstierarzt. Die beiden Aufnahmen aus den Wildkameras entstanden rund 50 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.

Abgesehen von dem Auftritt vor der Wildkamera und dem möglichen Zusammenhang mit dem Rotwildkadaver ist der Reuttener Bär aber bisher unauffällig geblieben. Seit Montag habe es weder aus Jägerkreisen noch aus der Bevölkerung Meldungen über Sichtungen gegeben. Auch gebe es keine gerissenen Nutztiere oder ausgeräumten Bienenstöcke. Das spricht laut Fritz dafür, dass es sich bei dem Tier um ein Individuum handelt, das lediglich auf der Durchreise war.

„Bären scheuen grundsätzlichen den Kontakt zu Menschen und versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen", warnt der Amtstierarzt daher vor übertriebener Panik. Wer einen Bären sichtet, wird gebeten, sich an die Bezirkshauptmannschaft Reutte zu wenden: bh.re.veterinaer@tirol.gv.at. Verhaltensregeln und weitere Informationen stellt das Land unter www.tirol.gv.at/baerenratgeber zur Verfügung.

Verhaltensregeln

Wollen Sie mehr über Bären und Wölfe, sowie das richtige Verhalten ihnen gegenüber erfahren? Sie wollen wissen, wohin Sie sich bei Sichtungen oder Rissen wenden können? Dann finden Sie hier alle wichtigen Infos: https://go.tt.com/2Mwyzj3




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