Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Tirol

Wildtiere gefährden die Mischwälder in Tirol

Durch intensive Wildtierfütterung hat Tirol einen hohen Wildbestand. Dieser wirke sich negativ auf Wälder aus, kritisiert die Landwirtschaftskammer.

© LK TirolDurch intensive Wildtierfütterung hat Tirol einen hohen Wildbestand. Dieser wirke sich negativ auf Wälder aus, kritisiert die Landwirtschaftskammer.



Rund 100 Millionen Euro werden jährlich in Tirols Wäldern erwirtschaftet. Sie sind aber auch Lebensraum für zahlreiche Organismen. Rund 70.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gibt es in Österreich, wovon etwa die Hälfte in Wäldern lebt. „Waldeigentümer haben gelernt, mit der Natur zu arbeiten", sagt Rudolf Köll, Obmann des Tiroler Waldverbandes, und betont, dass die Wälder trotz intensiver Nutzung ein Hort der Biodiversität seien.

Gefahr für die Biodiversität gehe laut Landwirtschaftskammer Tirol vom Wild aus. Der Bestand sei durch intensive Fütterung in Tirol besonders hoch. Wild werde zunehmend zum Problem, weil es artenreiche Baumverjüngung wegfresse. Dadurch würden Monokulturen von Buche und Fichte erzeugt, da deren Triebe weniger gefressen werden als Mischbaumarten. Eine Studie des Max-Planck-Instituts zeige, dass dies das Artensterben befördere. Diesbezüglich werde derzeit mit dem Tiroler Jägerverband an Lösungen gearbeitet, teilt die Landwirtschaftskammer mit. (TT)