Letztes Update am Do, 24.10.2019 11:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bayern/Tirol

Außerferner Bär jetzt in Bayern unterwegs? Experten suchen DNA-Spuren

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde in der Nacht auf Mittwoch ein Bär gesichtet. Möglicherweise handelt es sich um jenen, der im Juni im Außerfern abgelichtet wurde.

Fotonachweis eines Bären im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

© Bayerische StaatsforstenFotonachweis eines Bären im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.



Garmisch Partenkirchen — Mehr als 13 Jahre nach dem Abschuss von Braunbär Bruno ist wieder ein Bär nach Deutschland eingewandert. Eine Wildtierkamera habe das Tier in der Nacht auf Mittwoch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen fotografiert, teilte das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. „Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig", erläuterte die Behörde. „Bayern ist mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet." Bereits im Juni war ein Braunbär im Außerfern aufgetaucht. Es sei möglich, dass es sich um dasselbe Tier handele und das aktuelle Foto die Wanderbewegungen des Tieres dokumentiere.

Nun suchen Experten nach weiteren Spuren. Unter anderem gehe es nun darum, genetisches Material aus Kot oder Fellresten zu erhalten, um die Herkunft und auch das Geschlecht des Tieres zu bestimmen, sagte eine Sprecherin des LfU am Donnerstag. „Unsere Leute sind vor Ort." Vermutet wird, dass es sich um einen männlichen Bären handelt, der aus dem italienische Trentino über Tirol nach Bayern kam.

Braunbär Bruno war im Sommer 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren seine Tatzen nachweislich auf bayerischen Boden setzte. Wochenlang hatten die Behörden damals versucht, den streng geschützten Bären zu fangen, der Schafe riss, Bienenstöcke plünderte und sogar durch Ortschaften marschierte. Im Juni wurde der „Problembär" schließlich im oberbayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. Heute steht Bruno ausgestopft in einem Münchner Museum. (dpa/TT.com)





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