Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Bezirk Kufstein

Der Wald am Matzenköpfl ist wieder gesund

Der ehemalige Forstdirektor Hubert Kammerlander freut sich über den heutigen Zustand des früher schwer geschädigten Waldes in Brixlegg.

Zufrieden ist der ehemalige Landesforstdirektor Hubert Kammerlander mit der Entwicklung am ehemaligen Sorgenkind Matzenköpfl.

© ZwicknaglZufrieden ist der ehemalige Landesforstdirektor Hubert Kammerlander mit der Entwicklung am ehemaligen Sorgenkind Matzenköpfl.



Von Walter Zwicknagl

Brixlegg – Ein großes Sorgenkind der Forstleute war vor Jahrzehnten das Matzenköpfl bei Brixlegg. Nicht von ungefähr steuerte gestern der ehemalige Landesforstdirektor Hubert Kammerlander mit früheren Führungskräften im Forstwesen diesen Geländerücken an – und konnte den vielen Maßnahmen, die seinerzeit ergriffen wurden, nur Positives abgewinnen.

Massenweise kränkelnde, absterbende und tote Bäume war damals die Diagnose, heute kann der Experte, der von 1999 bis Anfang 2011 Landesforstdirektor war, von Bäumchen mit vier bis fünf Nadeljahrgängen berichten. „Langjährige umfangreiche Messungen haben extrem hohe Belastungen sowohl durch Schwefeldioxid als auch durch Schwermetalle aufgezeigt. Als Verursacher wurde damals das Montanwerk identifiziert. Seither belegen in Brixlegg permanente Messungen und periodische Nadelanalysen die aktuelle Luftgütesituation“, sagt Kammerlander. Das Problem mit dem Schwefeldioxid könne als weitgehend gelöst betrachtet werden, wofür die reichliche Naturverjüngung von Bäumen und Sträuchern spreche.

Möglich wäre dies durch den unermüdlichen Einsatz des damaligen Landesforstdirektors Herbert Scheiring und seiner Mitarbeiter sowie der örtlichen Bürgerinitiative und der Innovationskraft der Montanwerke geworden, resümiert Kammerlander. Zudem hätten in schwierigen Jahren die Vertreter der Gemeinde Brixlegg auf den Interessenausgleich geachtet.

„Auf die Natur zu schauen, lohnt sich“, sagt der Forstexperte. Er hatte schon vor mehr als zehn Jahren auf die Herausforderungen des Klimawandels, der heute in aller Munde ist, hingewiesen. „Anders als bei der Luftreinhaltung sind dabei lokale Maßnahmen allein zu wenig. Ein wichtiges Element ist eine vorausschauende Waldwirtschaft, die sich an der Natur orientiert und jene Waldgesellschaften mit Baumarten forciert, die nach heutigem Wissensstand die besten Zukunftschancen haben“, betont der Experte. Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Klimastabilität unserer Bergwälder wären schon im Rahmen des Programmes „Klimafitter Bergwald Tirol“ ausgearbeitet. Auf Vielfalt zu setzen wäre dabei richtig.




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