Letztes Update am Mi, 23.07.2014 07:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geo-Tag Landeck

Verschollen geglaubter Eulenfalter wiederentdeckt

70 Experten waren beim GEO-Tag der Artenvielfalt im Naturpark Kaunergrat unterwegs. 24-stündige Exkursion mit tollen Ergebnissen.



Von Helmut Wenzel

Fließ – Für den Tiroler „Verein Artenvielfalt“ erwies sich nach 2005 auch der 2. GEO-Tag der Artenvielfalt im Naturpark Kaunergrat als spannend­e Exkursion. Auf Einladung des Naturparkvereins trafen kürzlich 70 Experten ein, um binnen 24 Stunden die Lebens­räume von Tieren und Pflanzen zu erkunden.

Das Team war in fünf Unter­suchungsräumen unterwegs – in den Fließer Sonnenhängen, im Piller Moor, in der Arzler Pitzeklamm, Osterstein sowie im Gebiet Salzmöser und Weißwand bei Wenns.

„Mehr als 450 Schmetterlingsarten sind in der kurzen Zeit nachgewiesen worden“, resümierte Koordinatorin Lisi Falkeis, „dass dabei auch ein­e verschollen geglaubte Art entdeckt worden ist, gilt als kleine Sensation.“ Es handl­e sich um einen Eulenfalter mit dem wissenschaftlichen Namen Xestia sincera, der zuletzt um 1980 in Österreich nachgewiesen wurde.

Zudem haben die Botaniker mehr als 500 Pflanzenarten identifiziert und aufgelistet, darunter auch für den Laien völlig unscheinbare Moose und Flechten. Vieles müsse allerdings noch wissenschaftlich ausgewertet werden.

Besonderheiten unter den entdeckten Käfern sind, so die Biologin Falkeis, der Emus hirtus – ein räuberischer Kurzflügelkäfer – und der zwei Millimeter große Clavige­r testaceus, der sich nach Absondern eines Sekrets bei den Ameisen einschleicht.

Weniger Glück hatten die Teilnehmer der „Fledermaus-Nacht“ mit Tirols Experten Toni Vorauer. Wegen Regens fanden sich nur drei Arten.

„Die Exkursion in unseren Lebensräumen für Fauna und Flora war wieder ein großer Erfolg“, resümierte Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl. „Fest steht, dass die Experten am GEO-Tag 2005 und diesmal zusammen mehr als 3700 Arten nachweisen konnten.“ Die Forschungs­ergebnisse des jüngsten GEO-Tages sollen in einer Studie publiziert werden.