Letztes Update am Mi, 02.12.2015 11:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mexiko

Vermisste Surfer: Mexiko nimmt nach Leichenfund DNA-Tests vor

Nach dem Fund verkohlter Leichen in Mexiko wächst die Sorge um zwei junge Australier.

Der Kleinbus der beiden Australier war am Wochenende ausgebrannt im nordwestmexikanischen Sinaloa entdeckt worden.

© AFPDer Kleinbus der beiden Australier war am Wochenende ausgebrannt im nordwestmexikanischen Sinaloa entdeckt worden.



Culiacán – Nach dem Fund zweier verkohlter Leichen in Mexiko haben die Behörden DNA-Tests angekündigt, um festzustellen, ob es sich um zwei vermisste Surfer aus Australien handelt. Es seien DNA-Proben eingereicht worden, die mit den Familien der mutmaßlichen Opfer abgeglichen werden sollten, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Sinaloa, Marco Antonio Higuera, am Dienstag im Radiosender Formula.

Ein den beiden Australiern gehörender Kleinbus mit kanadischen Kennzeichen war am Wochenende ausgebrannt im nordwestmexikanischen Sinaloa entdeckt worden. In dem Bus wurden zwei Leichen gefunden, weshalb befürchtet wird, dass es sich um die beiden 33-jährigen Australier handelt. Die beiden Männer Dean Lucas und Adam Coleman arbeiteten in Kanada und befanden sich zu einem Surfausflug in Mexiko. Außerdem wollten sie dort laut einem australischen Medienbericht die mexikanische Freundin von Coleman treffen.

Gewalt und Drogenbanden

Nach Angaben ihrer Familien waren sie auf dem Weg in die Stadt Guadalajara, wo sie jedoch zum vereinbarten Zeitpunkt nicht eintrafen. Ihr ausgebrannter Kleinbus wurde rund 225 Kilometer weiter südlich entdeckt. Die Pazifikregion von Sinaloa wird von Gewalt der dort agierenden Drogenbanden beherrscht. Zehntausende Mexikaner wurden in den vergangenen Jahren durch Gewalt der Drogenbanden getötet oder gelten als vermisst. Angriffe auf ausländische Touristen sind allerdings eher selten.

Ein Freund von Colemans Familie rief unterdessen im Internet zu Spenden für die Eltern der beiden Vermissten auf, damit sie nach Mexiko reisen können und um für weitere Kosten, etwa die Rückführung der Opfer und die Beerdigungen, aufzukommen. Binnen zwei Tagen kamen bereits mehr als 52.000 Dollar (49.056,60 Euro) zusammen. (APA/AFP)