Letztes Update am Di, 04.07.2017 09:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehrssicherheit

VCÖ: Im Sommer passieren die meisten Alko-Unfälle

In den Sommermonaten führen unter anderem zahlreiche Feste und Veranstaltungen zu einer Zunahme alkoholisierter Lenker, begründete der Verkehrsclub das Ergebnis .

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© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Wien – Im Juli und August sind in den letzten drei Jahren durchschnittlich um ein Drittel mehr Alko-Unfälle als in den anderen Monaten passiert. Das zeigte eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria. Allein im Juli des Vorjahres wurden bei 239 Alko-Unfällen auf Österreichs Straßen 296 Personen verletzt und vier getötet. Der VCÖ sprach sich für mehr Nachtbusse und Sammeltaxis aus.

Alkohol am Steuer kostete in den vergangenen drei Jahren in Österreich 81 Menschen das Leben, 8815 Menschen wurden verletzt, informierte der VCÖ am Dienstag. In den Sommermonaten führen unter anderem zahlreiche Feste und Veranstaltungen zu einer Zunahme alkoholisierter Lenker, begründete der Verkehrsclub das Ergebnis und wies darauf hin, dass bereits bei 0,5 Promille Alkohol das Unfallrisiko doppelt so hoch sei wie bei 0,0 Promille. Bei 1,0 Promille steige das Unfallrisiko auf das Siebenfache und bei 2,0 Promille auf das 35-Fache.

Besseres öffentliches Verkehrsangebot in Großstädten

Im Vorjahr kam es in den beiden Sommermonaten in der Steiermark am häufigsten zu Alko-Unfällen, nämlich 93 Mal. In Oberösterreich gab es 91 Alko-Unfälle, in Niederösterreich 89. In Wien passierten in dieser Zeit 39 Verkehrsunfälle wegen Alkohols am Steuer – in den Städten sei die Zahl der Alko-Unfälle aufgrund des besseren öffentlichen Verkehrsangebotes und der Taxis geringer. In Kleinstädten sei es leichter, zu Fuß nach Hause zu gehen.

Neben verstärkten Kontrollen sprach sich der VCÖ vor allem für bessere Alternativen zum eigenen Auto aus. „In den Regionen passieren viele Alko-Unfälle am Heimweg von Veranstaltungen. Hier braucht es dringend ein Angebot an Anrufsammeltaxis oder Discobussen“, betonte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Damit die Gemeinden diese Angebote finanzieren können, solle dafür ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet werden.

Positiv ist aus Sicht des VCÖ die Verlängerung des Probeführerscheins auf drei Jahre ab dem 1. Juli dieses Jahres. In diesen drei Jahren gilt die 0,1 Promille-Grenze. „Wenn am Beginn der Autofahrerkarriere drei Jahre mit 0,0 Promille Auto gefahren wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch danach das Motto ‚Don‘t drink and drive‘ beherzigt wird“, so Gratzer. (APA)