Letztes Update am Mi, 13.12.2017 14:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Landeck

Ein Toter bei Lawinenabgang in Serfaus

Trotz Reanimation verstarb ein Wintersportler noch am Lawinenhang. Zwei weitere Skifahrer blieben unverletzt.

© zeitungsfoto.atEin Wintersportler verstarb noch am Lawinenhang.



Serfaus – Nach einem Lawinenabgang im freien Skiraum am Pezid in Serfaus starb am Mittwoch ein Wintersportler nach erfolgloser Reanimation. Der Mann gehörte zu einer dreiköpfigen Gruppe aus Deutschland. Er war von dem 150 Meter langen und 70 Meter breiten Schneebrett zur Gänze verschüttet worden. Nach etwa 30-minütiger Suche durch die Einsatzkräfte konnte der Wintersportler geborgen und von einem Notarzt versorgt werden. Die Wiederbelebungsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg und der Mann starb noch am Lawinenhang.

Ein weiteres Mitglied der Gruppe wurde teilweise von den Schneemassen verschüttet und konnte lebend geborgen werden. Der dritte Skifahrer befand sich nicht unmittelbar im Lawinenhang.

Die beiden Überlebenden werden derzeit vor Ort versorgt, das Kriseninterventionsteam wurde zur Betreuung angefordert. Wie die Bergbahnen in einer Aussendung mitteilten, hatten die Skifahrer keine Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS) dabei. Insgesamt waren über 30 Personen mitsamt den beiden Suchhunden im Einsatz.

Lawinengefahr am Mittwoch „erheblich“

Die Lawinengefahr war am Mittwoch von den Experten des Landes in weiten Teilen Tirols als erheblich, also mit Stufe „3“ der fünfteiligen Skala, eingestuft worden. Neuschnee und stark bis stürmische Winde sorgten für Verfrachtungen. Dieser Triebschnee sei mit der Altschneeoberfläche nur schlecht verbunden. Lawinen ließen sich daher schon durch geringe Zusatzbelastung, also einen einzelnen Wintersportler auslösen, berichtete der Lawinenwarndienst. (TT.com, APA)