Letztes Update am Mi, 08.08.2018 23:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Alpinunfällen in Tirol

Am Wilden Kaiser kamen am Mittwoch zwei Kletterer ums Leben. In Scharnitz stürzte ein 67-Jähriger vor den Augen seiner Frau in den Tod.

© ZOOM.TIROLDas Paar stürzte im Kaisergebirge in den Tod.



Ellmau, Scharnitz – Zwei tödliche Bergunfälle haben sich am Mittwoch in Tirol ereignet. Am Wilden Kaiser bei Ellmau stürzten am Vormittag zwei Kletterer in den Tod. Die beiden – es dürfte sich laut Polizei Söll um ein Pärchen aus Deutschland handeln – stürzten gegen 11 Uhr im Bereich des Gamsangersteiges rund 400 Meter über steiles Gelände ab. Zeugen, die den Vorfall aus der Ferne beobachtet hatten, alarmierten die Rettungskräfte.

Die Bergrettung Scheffau, die Notarzthubschrauber Heli 3 und Martin 6, die Libelle Salzburg sowie die Alpinpolizei machten sich sofort zum Unglücksort auf, doch für das Paar kam jede Hilfe zu spät. Die Teams der Notarzthubschrauber konnten nur noch den Tod der beiden Kletterer feststellen. Bei den Erhebungen wurde eine Sturzbahn der beiden Verunfallten festgestellt, die auf eine Begehung des Kopftörlgrats hindeutet. Die Erhebungen zur Klärung der Identitäten laufen.

Bergung der Toten im Kaisergebirge.
- ZOOM.TIROL

Die beiden hatten zwar Klettergurte dabei, waren zum Unfallzeitpunkt aber seilfrei unterwegs. Die Unglücksursache wird laut Polizei wohl niemals endgültig geklärt werden, da es keine direkten Zeugen gab. Die Ermittler vermuten aber, dass einer der beiden abgerutscht ist und den anderen mitgerissen hat.

67-Jähriger in Scharnitz verunglückt

Wenige Stunden später stürzte in Scharnitz ein 67-jähriger Wanderer vor den Augen seiner Frau in den Tod. Das Paar aus Deutschland war am frühen Nachmittag im Karwendelgebirge unterwegs. Während der 67-Jährige südwestlich der Bergstation an der Westlichen Karwendelspitze weiter über die Nördliche Linderspitze (2374m) und den Heinrich-Noe-Steig wanderte, verblieb die Frau in diesem Bereich zurück.

Der 67-Jährige stürzte rund 150 Meter ab.
- zeitungsfoto.at

Der Mann war noch etwa 300 Meter von seiner Frau entfernt, als er nach einem Fehltritt über eine ca zehn Meter hohe Felswand und anschließend 50 Meter durch eine steile felsdurchsetzte Rinne abstürzte. Die Frau, die den Absturz mitansehen musste, alarmierte mittels Handy die Bergrettung. Die Rettungskräfte konnten nur mehr den Tod des Mannes feststellen.

Mann stürzte am Großvenediger in Gletscherspalte

Riesiges Glück hatte hingegen ein 53-Jähriger, der am Großvenediger in Osttirol sechs Meter tief in eine Spalte fiel und dort auf einem Schneebrett zu liegen kam. Den Sturz überstand er unverletzt. Der österreichische Staatsbürger, der mit seiner Ehefrau unterwegs war, konnte mit leichter Unterkühlung geborgen werden. Die beiden wurden mit dem Notarzthubschrauber ins Tal gebracht.

Ebenfalls in Osttirol wurde eine 53-jährige Frau bei einer Wanderung von der Bergstation Thurntaler in Richtung Thurntaler Rast verletzt. Die Österreicherin stolperte auf einem markierten Rundwanderweg über einen Stein und schlug mit dem Gesicht auf den Weg auf. Die Wanderin erlitt ein Halswirbelschleudertrauma und mehrere Verletzungen im Gesicht. Sie konnte noch selbständig bis zur Thurntaler Rast gehen, wo sie vom inzwischen verständigten Rettungsdienst versorgt und inss Bezirkskrankenhaus Lienz eingeliefert wurde. (TT.com)