Letztes Update am Fr, 10.08.2018 12:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärnten

Hubschrauberabsturz am Großglockner: Ursache bleibt strittig

Laut eines Zwischenberichts des Verkehrsministeriums könnte ein Wartungsfehler der Grund gewesen sein. Heli-Tirol-Chef Roy Knaus schließt ein technisches Gebrechen weiterhin aus.

© Screenshot/YouTubeVideoaufnahmen zeigten, wie knapp man bei dem Helikopterabsturz am Großglockner an einer Katastrophe vorbeigeschrammt war.



Innsbruck — Die Ursache für den Absturz eines Rettungshubschraubers der Firma Heli Tirol bei der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner vor einem Jahr ist noch immer strittig. Wie es in einem Zwischenbericht des Verkehrsministeriums heißt, sei die Wartungsfrist des Hubschraubers zum Zeitpunkt des Unfalls um drei Tage abgelaufen gewesen. Außerdem sei eine Abklebung am Heck falsch angebracht gewesen. Zuerst darüber berichtete der Kurier.

Heli-Tirol-Chef Roy Knaus reagierte mit zwei wütenden Facebook-Postings auf die Vorwürfe im Kurier-Bericht. Er bestätigte darin zwar, dass die Wartungsfrist überzogen worden war, dies sei jedoch nicht unfallkausal gewesen. Die falsche Abklebung der Herstellers ändere nichts daran, dass der Hubschrauber voll leistungsfähig gewesen sei. Knaus bleibt somit bei seinem Fazit vom letzten Jahr: „Technisches Gebrechen ist auszuschließen."

Der Rettungshubschrauber „Martin 4" vom Stützpunkt Matrei in Osttirol war am 1. August 2017 kurz nach 20 Uhr bei der Erzherzog-Johann-Hütte am Großglockner zwischen Osttirol und Kärnten ins Rotieren gekommen. Nachdem er hart am Boden aufsetzte, kippte er um — nur wenige Meter neben einem steilen Abgrund. Augenzeugen filmten den Vorfall. Wie durch ein Wunder wurden nur zwei der Insassen leicht verletzt. Zunächst wurde angenommen, eine Windböe wäre die Ursache für den Unfall gewesen. Der Pilot verlor vorübergehend seine Lizenz. (TT.com)