Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 16.09.2018


Unfall in Bayern

Komplizierte Bergung von zerstörter Gondel bei Zugspitzbahn

Momentan hängt das Stahl- und Glasknäuel der Zugspitzbahn-Gondel in geschätzt 100 Meter Höhe am Tragseil — und eine Vielzahl von Experten zerbricht sich den Kopf, wie es von dort wegkommt. Die Unterbrechung könnte Monate dauern.

Experten wurden von einem Hubschrauber zur havarierten Gondel hinuntergelassen.

© Bayerische ZugspitzbahnExperten wurden von einem Hubschrauber zur havarierten Gondel hinuntergelassen.



Grainau, Ehrwald — Nach dem Crash bei der Bayerischen Zugspitzbahn — ein unbemannter Bergewagen war am Mittwoch ungebremst in die unbemannte Seilbahnkabine gekracht — rauchen die Köpfe bei den Verantwortlichen. Die Bergung gestaltet sich schwierig, da es kein Widerlager gibt, um etwas festzumachen. Es sei auch kein Hubschrauber greifbar, der die 15-Tonnen-Kabine heben könnte, heißt es. Die Unterbrechung könnte Monate dauern.

Offen ist auch, ob das Tragseil beschädigt wurde. Die unbeschadete Zwillingskabine steht „gespiegelt" im Tal. Nun sollen Gondel und Bergekorb zur Bergstation gezogen und dort demontiert werden. Das große Problem: Die Seilbahnkabine befindet sich rund 280 Meter entfernt von der Bergstation. Sie baumelt dort über dem Abgrund.

Bei der Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald werden keine zusätzlichen Bahnfahrer erwartet, die Schnittmeng­e mit den Bahnnutzern in Grainau sei gering, sowie Zahnrad- und Gletscherbahn auf deutscher Seite regulär in Betrieb. (hm)