Letztes Update am Mo, 22.10.2018 07:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Schwerste Verbrennungen: Telfer explodierte E-Zigarette in Hose

Mit schwersten Verbrennungen landete am Freitag der 21-jährige Telfer Peter Knapp in der Klinik: Ihm ist eine E-Zigarette in der Hosentasche explodiert.

Schmerzhafte Folgen der Explosion: Der 21-jährige Peter Knapp landete mit schwersten Verbrennungen in der Klinik.

© Privat/KnappSchmerzhafte Folgen der Explosion: Der 21-jährige Peter Knapp landete mit schwersten Verbrennungen in der Klinik.



Von Renate Perktold

Pfaffenhofen – Gerne wirbt der Handel mit E-Zigaretten als „weniger schädliche Alternative zum Rauchen“. Ein Werbesatz, den Peter Knapp aus Telfs seit dem Wochenende so nicht stehen lassen kann. Denn er liegt mit starken Schmerzen und Verbrennungen dritten Grades in der Innsbrucker Klinik, nachdem ihm eine E-Zigarette in der Hosentasche explodiert ist.

Im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung erinnert er sich: „Ich bin in Pfaffenhofen aus dem Zug ausgestiegen auf dem Heimweg nach der Arbeit und wollte mir in der Trafik noch Zigaretten holen. Auf einmal ist der Akku explodiert, völlig aus dem Nichts heraus.“ Es habe keinerlei Anzeichen gegeben, dass mit der E-Zigarette etwas nicht stimmen könnte. „Sie ist überhaupt nicht heiß geworden oder so etwas. Einfach in die Luft gegangen“, schildert der 21-Jährige. „Der Trafikant hat gedacht, das ist ein Terroranschlag.“

„Habe noch Glück gehabt“

Zum Glück reagierte der Trafikmitarbeiter nach der ersten Schrecksekunde sofort und alarmierte Rettung und Polizei. Knapp musste in die Klinik Innsbruck gebracht und operiert werden. „Mein linker Oberschenkel ist komplett verbrannt. Die Jeans haben sich mit der Haut verschmolzen und das musste abgeschabt werden“, erzählt er mit schmerzverzerrter Stimme. Derzeit ist noch nicht klar, wie lange der Tiroler in der Klinik bleiben muss, eine mögliche zweite Operation steht im Raum.

Er musste operiert werden.
Er musste operiert werden.
- Privat/Knapp

Bei all den Schmerzen zeigt sich der 21-Jährige aber erleichtert, dass ihm nicht mehr passiert ist: „Ich habe ja noch Glück gehabt. Man stelle sich vor, sie wäre mir im Gesicht explodiert.“

Immer wieder kommt es vor, das E-Zigaretten explodieren. Im US-Bundesstaat Florida wurde Mitte des Jahres sogar ein Mann getötet, als er im Schlafzimmer seines Hauses ein derartiges Dampfprodukt inhalierte. Dabei ist die E-Zigarette explodiert, ein Projektil bohrte sich in den Kopf des Mannes und ein Feuer entfachte sich im Schlafzimmer. Einem Mann in Köln ist vor zwei Jahren die E-Zigarette im Mund explodiert: Die Folge waren Schnittverletzungen und mehrere kaputte Zähne.

Sucht man im Internet nach dem Thema, finden sich übrigens immens viele Beiträge, die die Schuld von explodierenden E-Zigaretten auf Billigprodukte aus dem Ausland oder falsche Handhabung schieben. Auch dieses Argument will der Telfer Peter Knapp so nicht stehen lassen: „Ich habe meine vor rund fünf Monaten in Innsbruck in einem Fachgeschäft gekauft. Das war aber ganz sicher meine letzte. Ich bin jetzt wieder normaler Raucher. Das ist weniger gefährlich.“