Letztes Update am Mo, 22.10.2018 13:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vorarlberg

Erschöpft und verletzt: Wanderer (88) wollte sich nicht bergen lassen

Der Mann hatte nach zehn Stunden und rund 700 zurückgelegten Höhenmetern offenkundig Kreislaufprobleme und fiel alle paar Meter hin. Sein Zustand fiel anderen Wanderern auf. Erst als der Rettungshubschrauber zum zweiten Mal ausrückte, stieg er wider Willen ein.

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Silbertal – Ein 88-jähriger deutscher Wanderer, der offensichtlich völlig erschöpft war und bereits mehrmals zu Boden stürzte, verweigerte am Sonntag beim Abstieg vom Itonskopf (2.089 Meter) im Bezirk Bludenz stundenlang jegliche Hilfe. Selbst der Rettungshubschrauber C8 musste einmal unverrichteter Dinge wieder abziehen, bevor sich der Mann schließlich gegen 17.30 Uhr bergen ließ.

Der 88-Jährige brach gegen 4.30 Uhr vom Panoramagasthof Kristberg (Bezirk Bludenz) zum Itonskopf auf. Gegen 15 Uhr fiel er kurz unterhalb des Gipfels zum ersten Mal Wanderern auf, weil er anscheinend große Mühe beim Aufstieg und offensichtlich Kreislaufprobleme hatte. Sie setzten einen Notruf ab. Als der Rettungshubschrauber C8 am Itonskopf eintraf, verweigerte der betagte Wanderer allerdings jede Hilfeleistung. Der Hubschrauber kehrte unverrichteter Dinge wieder zum Stützpunkt zurück.

Aggressives Verhalten

Gegen 16.15 Uhr nahm die Polizei Schruns erneut Kontakt mit der Person auf, die eine Stunde zuvor bereits die Rettungskräfte alarmiert hatte. Von dieser erfuhren sie, dass sich der 88-Jährige in der Zwischenzeit auf dem Abstieg befinde, mittlerweile allerdings alle paar Meter stürze und bereits eine Kopfverletzung erlitten habe. Trotzdem lehne er jede Hilfe ab. In der Folge beobachteten die Person und zwei weitere Wanderer den Erschöpften, der diese Sorge mit aggressivem Verhalten beantwortete. Um 17.30 Uhr schließlich entschied die Polizei, mit dem Polizeihubschrauber „Libelle“ den Mann zu suchen, um eine Nachtaktion zu vermeiden. Der Mannschaft gelang es schließlich, den zunächst uneinsichtigen Wanderer zum Einsteigen zu bewegen und kurz vor Einbruch der Dunkelheit nach Schruns zu fliegen. (APA)