Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.12.2018


Osttirol

Hausbrand muss kein Risiko sein

Die Abteilung Umwelt der Stadt Lienz weist auf Belastungen der Luftgüte durch falsches Heizen hin.

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Von Christoph Blassnig

Lienz – Das Verfeuern von festen Brennstoffen in Kachelöfen, gemauerten Grund­öfen, Einzelöfen und Tischherden mit oben liegendem Abzug ist weit verbreitet. Holz ist als heimischer Energieträger leicht verfügbar, verbrennt CO2-neutral und heizt im Vergleich zu fossilen Stoffen kostengünstiger. Das Befolgen einfacher Regeln hilft auch, die Luftgüte im Winter nicht zusätzlich zu verschlechtern.

„Der eigene Holzofen ist und bleibt in Osttirol beliebt“, erklärt der Bezirksrauchfangkehrermeister Herbert Lenzhofer aus Thurn. Auch zusätzlich zu einer eventuellen Fernwärmeversorgung würde das gemütliche Ambiente hoch geschätzt. „Ein zweites gewichtiges Argument ist die Unabhängigkeit. Man kann gerade in der Übergangszeit nach eigenem Ermessen dazuheizen.“

Die Abteilung Umwelt und Zivilschutz der Stadt Lienz weist jährlich auf die Belastungen der Atemluft hin. Austauscharme Wetterlagen (Inversion) erschweren im Winter den Luftaustausch im Lienzer Talboden. Auf der Web-Site und als Folder bietet die Stadt Informationen unter dem Titel „Richtig heizen“.

„Es gehören nur zugelassene Brennstoffe in einen Ofen“, mahnt Lenzhofer zur Einsicht. Die Verbrennung von Müll, Kunststoffverpackungen, lackiertem oder zu feuchtem Holz würde zur massiven Freisetzung von Schadstoffen, Säuren und Umweltgiften in den Abzug und damit in die Umgebungsluft führen. „Gefährlich ist das nicht nur für einen selbst und die Mitmenschen, sondern auch für die eigene Anlage“, erklärt der Rauchfangkehrer. Verheizt man zu feuchtes Holz, setzen sich durch die unvollständige Verbrennung mehr Rußpartikel zum Beispiel an der Sichtscheibe ab. Das Wasser im Holz verdampft, was zu geringeren Temperaturen und feuchten Abgasen führt. „Im Rauchrohr oder im Schornstein können diese in der Folge kondensieren. Es entsteht eine Versottung, die den Kamin beschädigen kann und irgendwann durch Flecken auch sichtbar wird.“ Setzt sich an den feuchten Kamin-Innenwänden dann auch noch Ruß ab, wird es tatsächlich gefährlich.

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„Man spricht von Verpechung oder Glanzruß“, weiß der Fachmann. Die Sanierung sei aufwändig, aber unumgänglich. Eine biegsame Welle mit Kettengliedern wird von oben in den Kamin geführt, rotiert und entfernt die Reste so mechanisch von den Wänden. Früher habe man die hoch brennbare Verrußung kontrolliert ausbrennen lassen, das mache man heute nicht mehr, erklärt Lenzhofer. Die regelmäßige Wartung der Kamine sei deshalb mitunter überlebenswichtig. „Sonst droht ein Kaminbrand mit allen Folgen für Leib und Leben.“ Die Ursache dafür seien häufig nur einfache Bedienungsfehler. „Zum Anfeuern sollten auch nicht Papier und Kartonagen verwendet werden“, rät er. Es sollten sich schnell hohe Flammen und nur sehr wenig Rauch bilden, das zeuge von einem günstigen Abbrand. Der Feuchtegehalt im Holz sollte bei 15 Prozent liegen.