Letztes Update am Mo, 07.01.2019 10:33

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Magnitogorsk

Nach 35 Stunden aus Trümmern gerettet: Russischem Baby geht es besser

Vor einer Woche war ein ganzer Aufgang des zehnstöckigen Wohnblocks aus Sowjetzeiten in der Industriestadt Magnitogorsk eingestürzt. Der elf Monate alte Junge war eineinhalb Tage später aus den Trümmern gezogen worden.

Nach dem Einsturz des Wohnhauses konnten Retter einen elf Monate alten Jungen lebend retten.

© AFPNach dem Einsturz des Wohnhauses konnten Retter einen elf Monate alten Jungen lebend retten.



Magnitogorsk – Dem nach 35 Stunden aus den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses in Russland geretteten Baby geht es nach Einschätzung der Ärzte wieder besser. Der kleine Junge habe seit Sonntag wieder eine Stimme: Er weine, sagte Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa am Montag russischen Medien zufolge. „Dies ist ein sehr gutes Zeichen.“ Der Gesundheitszustand des elf Monate alten Jungen sei stabil, das Schlimmste sei vorbei. „Wir können sagen, dass das Baby überlebt hat“, sagte Skworzowa.

Vor einer Woche war ein ganzer Aufgang des zehnstöckigen Wohnblocks aus Sowjetzeiten in der Industriestadt Magnitogorsk eingestürzt. 39 Menschen starben. Am Montag sollten die letzten Opfer beerdigt werden. Die russischen Behörden gehen vorrangig davon aus, dass ein Gasleck oder eine defekte Leitung zu der Explosion geführt habe.

Kind lag warm eingepackt in Wiege

Das Kind überlebte nach früheren Angaben das Unglück bei Eiseskälte, weil es in einer Wiege lag und warm eingepackt war. Retter hatten es unter dem Schutt weinen gehört. Auch die Mutter überlebte den Einsturz. Der kleine Junge wurde in ein Krankenhaus nach Moskau geflogen. Er habe Erfrierungen an seinem Bein erlitten, sagte die Ministerin. Das Bein könne aber gerettet werden. Es werde aber ein langer und schwieriger Heilungsprozess.

Die Industriestadt Magnitogorsk ist für ihre Stahlproduktion bekannt. Sie liegt am südlichen Ural, etwa 1400 Kilometer östlich der russischen Hauptstadt Moskau, und hat rund 400.000 Einwohner. (dpa)