Letztes Update am Sa, 04.05.2019 07:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Horrorunfall bei Alpbach: Auto von Felsbrocken zermalmt, Frau tot

Das Fahrzeug der Einheimischen wurde kurz vor der Ortseinfahrt Alpbach von einem tonnenschweren Felsen getroffen, der sich oberhalb im Gelände gelöst hatte. Ihre Beifahrerin blieb wie durch ein Wunder fast unverletzt.

Das Auto wurde völlig zerstört.

© ZOOM.TIROLDas Auto wurde völlig zerstört.



Reith i. Alpbachtal – Fassungslos macht das, was gestern auf der Alpbacher Landesstraße zwischen Reith und Alpbach passiert ist. Gegen Mittag wurde ein taleinwärts fahrendes Auto, in dem zwei Tirolerinnen saßen, von einem herabstürzenden Felsbrocken getroffen. Für die 49 Jahre alte Lenkerin kam jede Hilfe zu spät. Ihre 52-jährige Beifahrerin wurde leicht verletzt.

Die beiden Freundinnen waren einkaufen und auf dem Weg nach Hause zu ihren Familien. „Kurz vor 12 Uhr löste sich etwa 80 bis 90 Meter oberhalb der Straße der etwa anderthalb Kubikmeter große und drei Tonnen schwere Brocken“, berichtet Richard Hotter, Kommandant der Polizeiinspektion Kramsach. „Der Stein schlug direkt auf der Fahrerseite ein, fiel in das Bachbett. Das Auto wurde um die eigene Achse geschleudert.“

Mit Decken vor Gaffern geschützt

Schwerst verletzt musste die 49-Jährige aus dem Wrack geschnitten werden. Trotz Reanimationsversuchen verstarb sie wenig später am Unglücksort. Die Freundin konnte sich selbst aus dem Wagen befreien, erlitt Prellungen und einen schweren Schock.

Es sei ein „sehr belastender“ Einsatz gewesen, sagt der Polizeikommandant, der allen voran die Feuerwehren von Alpbach, Reith und St. Gertraudi lobte. Diese hätten „grandiose Arbeit geleistet“. Hotter: „Besonders bemerkenswert war, dass sie die ganze Zeit den Körper der Verunfallten mit Decken vor den Blicken von Gaffern schützten.“

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Fünf Stunden lang war die Alpbacher Landesstraße für den Verkehr gesperrt – wegen der Rettungsaktion und der Begutachtung durch Experten. Der Steinschlag sei „an einer unauffälligen Stelle passiert“, sagt Landesgeologe Thomas Figl, der die Lage begutachtete. „Hier haben wir nicht damit rechnen können. Vermutlich ist Regen in den Boden eingedrungen, der den Gesteinsbrocken gelöst hat.“ Während der Sicherungsarbeiten wurde der Verkehr über den Naschberg umgeleitet. (bfk)

Der Felsbrocken kam unterhalb der Straße zum Liegen.
Der Felsbrocken kam unterhalb der Straße zum Liegen.
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