Letztes Update am Fr, 24.05.2019 06:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Landeck

Piloten-Notfall bei Bergung: Verletzter stürzte in St. Anton aus Hubschrauber

Beim Einsatz eines ÖAMTC-„Christophorus“ kam es am Donnerstagvormittag zu einem dramatischen Vorfall. Der Pilot erlitt einen medizinischen Notfall, das Fluggerät geriet außer Kontrolle.

Der Pilot verlor die Kontrolle über den Helikopter und „landete“ unplanmäßig wenige Meter neben der Unfallstelle. Dabei drehte sich das Fluggerät etwa 270 Grad um die eigene Achse.

© zeitungsfoto.atDer Pilot verlor die Kontrolle über den Helikopter und „landete“ unplanmäßig wenige Meter neben der Unfallstelle. Dabei drehte sich das Fluggerät etwa 270 Grad um die eigene Achse.



St. Anton am Arlberg – Zu hochdramatischen Minuten kam es am Donnerstag bei einem Rettungshubschrauber-Einsatz in St. Anton am Arlberg. Kurz vor 11 Uhr wurde der „Christophorus 5“ des ÖAMTC zu einem Arbeitsunfall im Bereich Galzig, Arlensattel alarmiert.

Bei der Landung funktionierte alles problemlos, aber als der 42-jährige Pilot während der Verladung des Verletzten die Maschine vom Typ „Eurocopter“ wieder startete, erlitt er laut Polizei einen medizinischen Notfall. Er verlor die Kontrolle über den Helikopter und „landete“ unplanmäßig wenige Meter neben der Unfallstelle im Kreuzungsbereich mehrerer Forstwege. Dabei drehte sich das Fluggerät um etwa 270 Grad um die eigene Achse.

Die vier Flugretter mussten die Verladung des Patienten in höchster Not abbrechen, wodurch der sich bereits im Bergesack befindliche 37-Jährige aus der Maschine stürzte. Ob dieser dadurch weitere Verletzungen davontrug ist nicht bekannt. Ein 44-jähriger Flugretter wurde leicht verletzt.

Heck kollidierte mit Böschung und Schneewand

Durch die Drehbewegung hatte der Hubschrauber mit dem Heckrotor eine Böschung gestreift und war nach erneuter Kollision mit einer Schneewand zum Stillstand gekommen. Die Rettungskräfte leisteten dem Piloten sofort Erste Hilfe und forderten den Notarzthubschrauber „Martin 2“ zur Unterstützung an. Mit diesem wurden der Pilot und der verletzte Flugretter ins Krankenhaus Zams geflogen. Der beim Arbeitsunfall verletzte Mann wurde ebenfalls ins Spital in Zams transportiert.

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) des BMVIT, sowie die Flugsicherung Austro Control wurden vom Flugunfall in Kenntnis gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ordnete die Sicherstellung des Fluggerätes an. Weiters wurde ein gerichtlich beeideter Sachverständiger für Luftfahrt mit der Unfallursachenermittlung beauftragt. (TT.com)