Letztes Update am Do, 13.06.2019 17:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Imst

Radfahrer in Ötztaler Ache gestürzt: Vermisster wohl 82-jähriger Tiroler

Ein E-Bike-Fahrer stürzte am Mittwoch bei Sautens in die hochwasserführende Ötztaler Ache. Eine Suchaktion verlief bislang negativ. Nun konnte die Identität des Vermissten geklärt werden.

Feuerwehr, Wasserrettung und Rotes Kreuz suchen nach einem in die Ötztaler Ache gestürzten Radfahrer.

© Zeitungsfoto.atFeuerwehr, Wasserrettung und Rotes Kreuz suchen nach einem in die Ötztaler Ache gestürzten Radfahrer.



Sautens — Bei einem Radfahrer, der am Mittwochnachmittag bei Sautens in die hochwasserführende Ötztaler Ache gestürzt und sofort abgetrieben worden war, handelt es sich offenbar um einen 82-jährigen Einheimischen. Familienangehörige haben laut Polizei am Donnerstag eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Die Suche nach dem Mann wurde indes eingestellt.

Die Familie identifizierte demnach das Fahrrad des Vermissten. Die Suchaktion, an der Wasserrettung, Feuerwehr, Polizei, Rettungs- sowie Polizeihubschrauber beteiligt waren, verlief erfolglos. Entlang der Strecke seien Polizeikräfte postiert worden - unter normalen Umständen hätte die Leiche des Mannes vorbeitreiben müssen, so die Polizei. Auch sei die Suche mit der Wasserrettung aufgrund des Hochwassers derzeit zu gefährlich.

Der Unfall war am Mittwoch gegen 16.30 Uhr passiert. Der Radfahrer hatte am Fahrbahnrand neben dem Fluss angehalten, um ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbeizulassen. Als er wieder losfahren wollte, dürfte er laut Polizei das Gleichgewicht verloren haben und in den reißenden Fluss gefallen sein. Während das E-Bike an der Böschung liegen blieb, wurde der Unbekannte sofort abgetrieben.

Suche abgebrochen, Leiche in Bayern

Der Fahrzeuglenker, der das Unglück im Rückspiegel beobachtet hatte, schlug Alarm. Dennoch konnte trotz eines Großeinsatzes von Wasserrettung, Feuerwehr, Polizei, zwei Rettungs- und einem Polizeihubschrauber niemand aus dem Wasser gezogen werden. Mittlerweile wurde die Suche abgebrochen.

Unterdessen wurde am Donnerstag in Schwaz Alarm geschlagen: Ein Baggerfahrer hatte bei der Steinbrücke in Schwaz zwischen Treibgut offenbar einen leblosen Körper entdeckt und Alarm geschlagen. Die Wasserrettungen Schwaz, Reith und Kramsach sowie mehrere Feuerwehrleute rückten daraufhin aus, um den Inn abzusuchen. Auch zwei Hubschrauber waren im Einsatz.

Gefunden wurde niemand, der Einsatz wurde mittlerweile abgebrochen. Bis zuletzt blieb unklar, ob es sich tatsächlich um einen Menschen handelte. Es hätten sich jedenfalls "keine Anhaltspunkte" dahin gehend ergeben, sagte der Polizeisprecher. Zunächst war vermutet worden, es könnte sich um den bei Sautens in die Ötztaler Ache gestürzten Radfahrer handeln.

"Unsere Leute haben bis Brixlegg alles abgesucht, aber es wurde nichts entdeckt. Aufgrund des Wasserstandes bringt es nichts, den Einsatz aufrechtzuerhalten", hatte ein Feuerewehrmann der Stadtfeuerwehr Schwaz erklärt. Man müsse abwarten, dass der Pegel wieder sinkt, nicht zuletzt weil auch für die Einsatzkräfte erhöhte Lebensgefahr bestünde.

Auch die Polizei in Südbayern ist derzeit indirekt mit dem Fall in Sautens beschäftigt: Am Mittwochabend wurde bei der Staustufe des Inns in Nußdorf am Inn eine männliche Leiche entdeckt und aus dem Wasser geborgen. Laut bayerischer Polizei könnte es sich um den Radfahrer aus Tirol handeln. Man stehe mit den Tiroler Kollegen in Kontakt und gleiche Vermisstenmeldungen ab, so ein Pressesprecher. (TT.com, APA)




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